Berlin - Man muss kein Prophet sein, um eines vorherzusagen: Die Zahlen über eine zunehmende Kriminalität auch unter Zuwanderern werden angesichts der politischen Polarisierung in Deutschland unweigerlich dazu führen, dass sie am Montag sämtliche Berichte und Debatten über die Polizeiliche Kriminalstatistik beherrschen. Obwohl in der Statistik noch allerlei anderes drin steht.

Dies hängt neben der gesellschaftlichen Stimmung damit zusammen, dass diese Statistik noch mehr als andere interpretierbar ist. Wer den Flüchtlingen helfen will, der sollte freilich alles unterlassen, die Zahlen einfach zu bestreiten oder so weit zu relativieren, dass von ihnen nichts mehr übrig bleibt.

Eher bekommen nun jene recht, die sagen: Mehr Flüchtlinge bringen unter anderem mehr Kriminalität. Diese Feststellung ist kein Rassismus. Rassistisch verhält sich, wer den Eindruck erweckt, als seien ausnahmslos Zuwanderer kriminell, weil sie Zuwanderer seien – und alle anderen nicht.

Ein Teil der Gewalt entlud sich zwischen Flüchtlingen

Wer Flüchtlingen gerecht werden und die Polarisierung der Gesellschaft lindern will, der wird sagen dürfen und müssen, dass Gewalt zuletzt auch unter Deutschen wuchs. Er wird sagen dürfen und müssen, dass sich ein Teil der Gewalt zwischen den Flüchtlingen entlud – aufgrund der Umstände in den Heimen und der Traumatisierungen eines Teils ihrer Bewohner.

Überdies begründet der Befund, dass Flüchtlinge Probleme machen, kein Nein zu ihrer Aufnahme. Der größere Teil hat Hilfe verdient. Verfehlungen einer Minderheit ändern daran nichts.

Wer zu anderen Schlüssen kommt, wer den hartherzigen Grundsatz gelten lassen will, rein lassen wir nur, wer uns nützt, egal ob er sie einem Krieg oder politischer Verfolgung entflieht, dem kann man das nicht verwehren. Er sollte aber bedenken, dass er selbst mal in Not kommen kann und unser Grundgesetz im Kern etwas anderes besagt.