Der Schrecken hat bald ein Ende: Berlin hat die Krise der Bankgesellschaft fast überwunden. Im Jahr 2020 soll das Land von den Garantieverpflichtungen in Höhe von 21,6 Milliarden Euro für das einst unter Schwarz-Rot in Schieflage geratene Kreditinstitut befreit werden. Die Bad Bank Berlinovo braucht keine Stützung mehr. Sogar ein kleines Plus ist drin.

Doch natürlich ist damit nicht alles gut. Zu tief sind die Wunden, die in den vergangenen fast zwei Jahrzehnten geschlagen wurden. Berlin hat unter den Auswirkungen des Skandals gelitten – und leidet vielfach heute noch. So ist die massive Privatisierungswelle in der ersten Dekade des neuen Jahrtausends, ausgerechnet unter dem ersten rot-roten Senat, unter anderem eine Folge des Fast-Crashs. In einer Niedrigpreisphase wurden Grundstücke versilbert, von denen nicht wenige später viel teurer zurückgekauft wurden. Exemplarisch steht der Verkauf der GSW mit ihren gut 60.000 Wohnungen. Der jetzige Eigentümer, die Deutsche Wohnen, steht im Ruf besonders rücksichtslos mit Mietern umzuspringen. 

Ein Ende ist in Sicht

Klaus Wowereits Diktat „Sparen, bis es quietscht“, das er vorgab, als er 2001 Regierungschef wurde – hat die öffentlichen Verwaltungen krankgespart. Schulen verfielen, Straßen auch. Dennoch wuchsen die Schulden zwischenzeitlich auf weltrekordverdächtige 63 Milliarden Euro. Erst seit 2011 sinkt der Schuldenstand. 

Dass jetzt zwei SPD-Politiker, der Finanzsenator und der Regierende Bürgermeister, das Ende des Bankenskandals ankündigen, ist nicht ohne Ironie. Die CDU hat jedenfalls mehr verloren. Seit Eberhard Diepgen im Juni 2001 gestürzt wurde, hatte die Partei keine Chance mehr auf den Chefsessel im Roten Rathaus.