Berlin - Die „Fridays for Future“-Aktivisten haben jetzt eine radikale Speerspitze: Die Extinction Rebels(zu Deutsch: Rebellion gegen das Aussterben) wollen in der kommenden Woche gegen die aktuelle Klimapolitik protestieren – mit extremen Aktionen. Sie planen, in Berlin Brücken zu blockieren, den Verkehr lahmzulegen und im besten Fall in hoher Zahl verhaftet zu werden. Sie wenden das Prinzip des zivilen Ungehorsams an: Geltendes Recht brechen, um in ihrem Sinne Gerechtigkeit zu erwirken.

Es gibt viele prominente Namen, die so zu Helden wurden und auf die die Rebells auch verweisen: Mahatma Gandhi, Nelson Mandela, Rosa Parks. Obwohl Eltern, Medien und absurderweise auch die kritisierte Politik bisher wohlwollend auf die Schülerproteste am Freitag reagierten – die Rebells werden ein größeres Akzeptanz-Problem haben. Denn sie machen andere zu Betroffenen, um ihre Forderungen durchzusetzen. Und was sind diese Forderungen? Auf ihrer Homepage schreiben sie: Regierungen und Medien sollten „die Wahrheit“ berichten und „die Dringlichkeit eines Wandels kommunizieren, einschließlich dessen, was Einzelpersonen und Gemeinden dafür tun müssen“.

Das werden viele als anmaßend empfinden – und zwar nicht nur jene, die am Montag im Stau vor der Brücke stehen. Zudem ist das Problem, das sie ansprechen, zu groß und hängt von zu vielen Faktoren ab, um es auf so einen einfachen Nenner zu bringen. Natürlich muss die Politik handeln. Doch dazu konnten sie Zehntausende sympathische Schülerinnen und Schüler bisher nicht bringen. Gesperrte Brücken werden nur den Autofahrer zum Umdrehen bewegen, nicht die Politik.