Schülerinnen und Schüler der Staatlichen Ballettschule im Jahr 2017.
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BerlinIn einer gemeinsamen Stellungnahme äußerten die drei bildungspolitischen Sprecherinnen der Koalitionsfraktionen am Dienstag den Verdacht, durch Falschinformationen solle die Aufklärung der Vorgänge um die Staatliche Ballettschule Berlin und Schule für Artistik behindert werden.

Seit Wochen werde im Netz und medial der Eindruck erweckt, „dass die Staatliche Ballettschule Berlin und Schule für Artistik in ihrer Existenz bedroht sei, es für Schülerinnen und Schüler keine Auftrittsmöglichkeiten an den Häusern der Stiftung Oper und mit dem Landesjugendballett mehr geben soll und die Abschlüsse in Gefahr seien“. Das sei „nicht richtig“, schreiben Maja Lasic (SPD), Marianne Burkert-Eulitz (Grüne) und Regina Kittler (Linke). Die dadurch geschürten Sorgen um die Zukunft ihrer Ausbildung erhöhe den Druck auf die Betroffenen. Schülerinnen und Schüler, die ihrem Traum verwirklichen wollten, dürften nicht instrumentalisiert, Betroffene nicht „mundtot“ gemacht werden.

Um die Staatliche Ballettschule (SBB) und Schule für Artistik tobt ein Kommunikationskrieg, seit im Januar Vorwürfe an die Öffentlichkeit kamen, dort käme es zu Mobbing, Bodyshaming und Überlastungen der Schüler durch zu viele Auftritte. Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) setzte daraufhin eine Expertenkommission sowie eine Clearingstelle für Einzelfälle ein, die nach Gesprächen mit Schülern, Ehemaligen, Eltern sowie Lehrkräften in ersten Zwischenberichten viele der Vorwürfe bestätigt sahen.

Allerdings ist die Schule stark gespalten: Hinter dem Schulleiter und dem künstlerischen Leiter, die von Scheeres im Februar zunächst freigestellt worden waren und deren Kündigung nun vorbereitet wird, sammeln sich auch viele Unterstützer, unter anderem auf der eigens dafür erstellten Webseite „Save the Dance“. Im Netz kursiert außerdem derzeit ein Aufruf zu einer Kundgebung am 25. Mai mit den Worten: „Wir wollen unsere Schule. Auftritte, Tanzen mit dem Staatsballett, Landesjugendballett und Bachelor und Abi.“