Ein 40-jähriger Tunesier, der im Verdacht stand, mit Anis Amri mehrmals telefoniert zu haben, wurde von den Behörden wieder freigelassen. Wie eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft mitteilte, handelte es sich bei dem Mann nicht um den Gesuchten. Die Ermittlungen laufen jedoch weiter.

Daneben informierte die Bundesanwaltschaft auch über Details zu den laufenden Ermittlungen. So sind sich die Behörden nun weitestgehend sicher, dass Amri tatsächlich über die Niederlande nach Frankreich und dann weiter nach Italien floh. Grund für die Annahme ist eine niederländische SIM-Karte, die bei dem mutmaßlichen Berlin-Attentäter gefunden wurde.

Keine Messerstiche

Die Bundesanwaltschaft gibt auch bekannt, dass es sich bei der Kugel, mit der der polnische LKW-Fahrer getötet wurde und jener, mit der der italienische Polizist angeschossen wurde, um die den selben Kaliber handelt. Ob die Patronen aus der selben Waffe abgefeuert wurden, sei jedoch noch unklar.

Derweil bleibt der genaue Todeszeitpunkt des polnischen LKW-Fahrer weiter unsicher. Zwar habe die Obduktion bisher ergeben, dass der Mann in "zeitlicher Nähe" zum Anschlag getötet wurde. Wann genau, sei aber noch offen. Ein abschließender Obduktionsbericht wird im Januar erwartet. Erwiesen ist jedoch, dass der Fahrer zwar Kampfspuren aufweise, aber keine Schnittverletzungen. Zum Stehen kam das Fahrzeug letztendlich sehr wahrscheinlich durch ein automatisches Bremssystem, hieß es.

Auch zum Bekennervideo äußerte sich die Behörde. Dies sei nach Ansicht der Ermittler echt und zeige den mutmaßlichen Berlin-Attentäter Anis Amri.