Berlin - Im Allgemeinen bekommt die Hauptperson, um die es darin geht, ihre Nachrufe nicht zu sehen. Oft ist es wohl auch besser so, weil nach dem Ableben eine heuchlerisch positive Nachrede (gern kombiniert mit dem mehr oder weniger gelogenen Hinweis auf eine enge Freundschaft zu Lebzeiten) zu den üblichen Erscheinungen gehört.

Der Komponist Reinhard Lakomy kommt dieser Tage in den zweifelhaften Genuss, Nachruf-ähnliche Texte schon zu seinen Lebzeiten zu lesen. Das liegt daran, dass sich gerade die Nachricht verbreitete, er sei unheilbar an Krebs erkrankt. Lakomy lässt sich in der Superillu so zitieren: „Jeder muss halt sterben, und jetzt bin halt ich dran.“

Der 67-Jährige will so lange arbeiten, wie es noch geht. Lakomy feierte als Sänger mit Liedern wie „Und ich geh’ in den Tag“ und „Es war doch nicht das erste Mal“ Erfolge. Generationen von Kindern wuchsen mit seinen Geschichtenliedern unter dem Titel „Traumzauberbaum“ auf. Das aktuelle Tourneeprogramm „Der Traumzauberbaum 3 – Rosenhuf, das Hochzeitspferd“ ist bis Ende 2014 gut gebucht.

Die Beliebtheit seiner Hörspiele sorgte dafür, dass Lakomy schon zu Lebzeiten eine Ehrung zuteil wurde, die üblicherweise erst nach dem Tod ausgesprochen wird. Seit Jahren sind zwei Schulen in Halberstadt und Cottbus nach ihm benannt.