Die Schulleiterin hat angekündigt, die Schule verlassen zu wollen. Die Senatsschulverwaltung hat diesem Wunsch am Montag nach einer Dienstbesprechung mit Staatssekretär Mark Rackles (SPD) stattgegeben.

Der Fall ist von besonderer Brisanz, weil es nun so aussieht, als habe sich ein Lehrerkollegium erfolgreich gegen die ungeliebte Schulleiterin aufgelehnt. Doch auch am Streit beteiligte Lehrer müssen Konsequenzen fürchten. „Da die Konflikte nicht nur von einer Person hergestellt worden sind, werden sich die personellen Konsequenzen nicht auf eine einzelne Person beschränken“, heißt es weiter im Protokoll, das die Schulverwaltung nun an alle Lehrer versandt hat.

Der Konflikt war zu Schuljahresbeginn eskaliert, als die Schulleiterin nach mehrmonatiger Krankheit an die Schule zurückkehrte. Schon auf der ersten Konferenz machten viele Lehrer klar, dass sie mit ihr nicht mehr zusammenarbeiten wollen. Eine Lehrerin erregte sich dabei derart, dass sogar der Notarzt gerufen werden musste. Anschließend meldeten sich elf Lehrer – etwa ein Fünftel des Kollegiums – krank. Sie wurden zum Amtsarzt zitiert.

Streitschlichtung schlug fehl

Denn die Schulverwaltung vermutete, dass es sich um eine bewusste kollektive Krankschreibung handelte, mit der man der Schulleiterin den Start ins neue Schuljahr vermiesen wollte. Weitere Krankschreibungen folgten. Eltern beschwerten sich über den massiven Unterrichtsausfall. In mehreren Dienstbesprechungen kam heraus, dass beide Seiten kaum in der Lage waren, vernünftig miteinander zu reden.

Ende August stellte man der Schulleitung schließlich zwei Aufpasser zur Seite – die frühere Leiterin der Staatlichen Ballettschule, Hannelore Trageser und eine Mediatorin. Auch sie konnte den Streit nicht schlichten. Ein Auslöser für den Konflikt war offenbar, dass die Schulleiterin wenig mit Kollegium, Eltern und Schülern kommunizierte und einen autoritären Umgangston pflegte.

So fühlten sich Kollegen und Schüler nicht umgehend informiert, als Formaldehyd-Dämpfe aus dem neu verlegten Boden austraten. Den Ganztagsbetrieb setzte die Schulleiterin durch, obwohl viele Lehrer Bedenken wegen der längeren Präsenzzeiten hatten. Auch sonst blieb bis hin zum Vertretungsplan vieles undurchsichtig. Kritik duldete die Schulleiterin offenbar nicht.

Im Protokoll der jüngsten Dienstbesprechung heißt es dazu: „Es ist der Schule nicht gelungen, eine offene, konstruktive Diskussionskultur zu entwickeln, zu dem auch ein kompetenter Umgang mit Kritik gehört.“ Ihre Dienstpflichten habe die Schulleiterin aber nicht verletzt.

Schule mit Potenzial

Erschwerend kam hinzu, dass Mitglieder der Schulleitung offen gegen die Direktorin arbeiteten. Offenbar waren auch einige Lehrer frustriert, weil ihre vorherige Schule abgewickelt worden war. Einen neuen Schulleiter soll es ab Februar geben, so lange hilft Hannelore Trageser aus. Laut Bildungsverwaltung habe die Schule gutes Potenzial und eine leistungsbereite Schülerschaft.

Die bisherige Schulleiterin soll offenbar nicht an eine andere Schule wechseln, sondern in der Schulverwaltung eingesetzt werden.