In der zuletzt zugespitzten Lage zwischen den freiwilligen Flüchtlingshelfern auf dem Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) und der Behördenleitung ist ein Konsens erreicht. „Wir haben die Situation ein wenig befrieden können“, sagte die Sprecherin der Ehrenamtlichen der Initiative „Moabit hilft“, Diana Henniges, am Donnerstagabend nach einem Gespräch mit der Lageso-Leitung. Als wichtigste Zusage wertete sie, dass medizinische Versorgung zugesagt wurde. Von Montag an werde ein Arzt samt Assistenz und medizinischem Equipment für die Flüchtlinge da sein.

Zuvor hatten die Helfer Behörden und Senat ein Ultimatum gestellt: Wenn bis Freitag nicht ihre grundlegendsten Forderungen erfüllt seien, stellten sie ihre Arbeit vor dem Lageso ein. Zudem sahen sich die freiwilligen Flüchtlingshelfer drangsaliert - kurz vor dem ersten Gespräch zwischen der Behördenleitung und den Ehrenamtlichen kontrollierten Mitarbeiter des Gesundheits- und Veterinäramtes ihre Arbeit. Die Ämter monierten demnach die hygienischen Bedingungen, unter denen Helfer von „Moabit hilft“ frisches Obst und Brote für die stundenlang auf ihre Registrierung wartenden Flüchtlinge herstellen, und erteilten ihnen Auflagen. Wie der RBB berichtet, war die Essensausgabe zwischenzeitig unterbrochen.

Nach dem Gespräch, an dem neben Lageso-Präsident Franz Allert und den „Moabit hilft“-Vertretern auch Mittes Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) teilnahm, zeigte sich dieser sehr zuversichtlich. „Das war ein absolut konstruktives und kooperatives Gespräch“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es sei Vertrauen hergestellt und auf Augenhöhe debattiert worden, Verabredungen wurden getroffen und müssen nun umgesetzt werden.

Dieser Inhalt ist nicht mehr verfügbar.

Laut Hanke ist „Moabit hilft“ weiter eingebunden, es soll jedoch ab kommender Woche ein Wohlfahrtsverband die Betreuung vor dem Lageso steuern. Auch der Bezirk arbeite bei der Sicherstellung von Wasser- und Essensausgabe sowie der Bereitstellung von Toiletten mit. Es habe Einigkeit bestanden, dass ärztliche Betreuung nötig ist. Dazu sei Lageso-Chef Allert mit den Johannitern im Gespräch, sagte Hanke. „Wir hatten hier heute einen Flüchtling, der hatte noch ein Schrapnell im Auge - sowas muss behandelt werden“, schilderte der Bezirksbürgermeister.

Hanke hatte am Mittwoch bereits den Senat gemahnt, die nach wie vor kritischen hygienischen, medizinischen und humanitären Bedingungen vor dem Lageso zu verbessern. Der Senat müsse mehr Toiletten, Waschmöglichkeiten, Decken und muttersprachliche Informationen bereitstellen. Das Landesamt ist der Sozialverwaltung und nicht dem Bezirksamt unterstellt. (dpa)