Über die Vergabe der Berliner Gasnetz-Konzession haben sich SPD und CDU in der Senatssitzung am Dienstag einen handfesten Streit geliefert. Die Protagonisten: Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD) und Justizsenator Thomas Heilmann (CDU). Nußbaum, der am Mittag nach der Sitzung sichtlich verärgert auf der Pressekonferenz im Roten Rathaus erschien, wirft dem Vernehmen nach Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) vor, eine mögliche Befangenheit in dem Komplex nicht angezeigt zu haben. Der Justizsenator habe bei der Abstimmung im Senat über die Entscheidung der Vergabestelle, ansässig in der Finanzverwaltung, nicht teilgenommen, sagte der Finanzsenator. Auf die Frage, warum, sagte Nußbaum: „Da müssen Sie Heilmann fragen – vielleicht Befangenheitsgefühle.“

Mehr war offiziell nicht zu erfahren. Inoffiziell hieß es, Nußbaum habe von Heilmann eine „dienstliche Erklärung“ verlangt, ob und inwieweit er in der Gas-Sache befangen sei. Der Grund: Heilmann ist Mitgründer des Energiehändlers Ampere AG, und hatte 2003 persönlich mit Eon, Anteilseigner der bei der Vergabe unterlegenen Gasag, einen lukrativen außergerichtlichen Energiedeal vereinbart. Nußbaum konfrontierte Heilmann damit – unter eisigem Schweigen aller anderen Senatsmitglieder, auch Wowereits. Heilmann hätte diese Verbindung zum Gasag-Mitgesellschafter Eon frühzeitig mitteilen müssen, argumentierte Nußbaum. Heilmann, vorerst perplex ob der Vorwürfe, nahm an der Abstimmung dann nicht teil. Die Stimmung sei „unter aller Sau“ gewesen, befand ein Teilnehmer.

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