Berlin - Für die Inbetriebnahme und den Ausbau des Berliner Hauptstadtflughafens BER fehlt einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge nach ersten Schätzungen bis zu eine Milliarde Euro. Einen entsprechenden Finanzbedarf teilte die BER-Geschäftsführung demnach dem Aufsichtsrat vor Weihnachten mit. Ein Flughafensprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Er verwies auf eine Aufsichtsratssitzung im März, bei der über die Finanzierung entschieden werde

Im Gespräch mit der Berliner Zeitung hatte sich BER-Chef Engelbert Lütke Daldrup bereits im Dezember zu der Finanzlücke geäußert: "Weil sich die Fertigstellung verzögert, entsteht ein neuer Finanzierungsbedarf. Die Arbeiten am neuen Businessplan sind in vollem Gang. Er wird im Februar 2018 vorliegen und am 2. März im Aufsichtsrat beraten", sagte er. " Parallel dazu spricht meine Kollegin Heike Fölster, die Finanzgeschäftsführerin, mit Banken und Gesellschaftern, wie der Geldbedarf möglichst aus eigener Kraft gedeckt werden könnte."

25 Millionen im Monat

Allein die Kosten für den Baustellenbetrieb und die Einnahmeausfälle liegen dem neuen Medienbericht zufolge bei rund 25 Millionen Euro pro Monat, das seien rund 750 Millionen Euro bis zur geplanten Eröffnung im Oktober 2020. Zudem braucht der Flughafen laut „Bild am Sonntag“ weitere Millionen für neue Aufträge zur Fertigstellung und zum beschleunigten Ausbau.

Maximal 400 Millionen Euro könne die Gesellschaft durch Kredite alleine stemmen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Gesellschafterkreise weiter. Wie der restliche Bedarf finanziert werden solle, darüber herrsche zwischen den Gesellschaftern Bund, Berlin und Brandenburg Uneinigkeit, heißt es in dem Bericht weiter.

Die Kosten haben sich seit dem Baubeginn 2006 von 2 auf 6,5 Milliarden Euro erhöht. Nach früheren Angaben war der BER bis 2018 durchfinanziert. Eigentlich sollte der Flughafen nach fünf Jahren Bauzeit schon 2011 in Betrieb gehen. Sämtliche Eröffnungstermine kippten seitdem jedoch, weil Planungsfehler, Baumängel und Technikprobleme abzuarbeiten sind. Besonders der Brandschutz im Hauptterminal macht Schwierigkeiten. (BLZ/dpa)