Berlin - Für das Neue Kreuzberger Zentrum (NKZ), den prägnanten 70er-Jahre-Brückenbau am Kottbusser Tor mit knapp 300 Wohnungen und 90 Läden, könnte es doch noch eine Zukunft im Landeseigentum geben. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg will den Senat auffordern, das kommunale Vorkaufsrecht wahrzunehmen. Ein entsprechender Auftrag der Grünen-Fraktion an das grün regierte Bezirksamt liegt vor.

Das Gebäude, einst errichtet mit Geldern aus einem privaten Fonds mit Hunderten von Mitzeichnern, war kürzlich verkauft worden. Dem Vernehmen nach an die Juwelus GmbH & Co KG und  zu einem Preis von insgesamt 50 bis 60 Millionen Euro, wobei in der Summe auch Verbindlichkeiten stecken. So verlangt die Investitionsbank Berlin (IBB) etwa 40 Millionen Euro zurück, wie es hieß. Die Betriebskosten seien hoch.

„Natürlich unterstützen wir den Bezirk“

Auch die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag hatte mitgeboten und sei „bis zur Schmerzgrenze“ gegangen – offenbar handelte es sich ebenfalls um eine hohe zweistellige Millionensumme. Stadtentwicklungs-senatorin Katrin Lompscher (Linke) habe den Fall im Blick, sagte ihre Sprecherin Karin Dietl am Dienstag der Berliner Zeitung.

„Natürlich unterstützen wir den Bezirk“, erklärte Dietl. Allerdings liege noch kein schriftlicher Kaufvertrag vor, den die Behörden prüfen könnten. Erst dann sei über ein eventuelles kommunales Vorkaufsrecht zu entscheiden. Möglich ist dies, weil das NKZ (eigentlich heißt es inzwischen „Kreuzberg Zentrum“) in einem Sozialen Erhaltungsgebiet liegt.

Das Gebäude war einst als Abriegelung zu einer Stadtautobahn errichtet worden, die dann aber nie gebaut wurde. In den vergangenen Jahren erlebte es einen kleinen sozialen Aufschwung.