Berlin - Das Neue Kreuzberger Zentrum (NKZ) am Kottbusser Tor wird verkauft. Laut Informationen, die der Berliner Zeitung vorliegen, fand am Donnerstagabend eine Bieterrunde bei einem Notar zum Verkauf des Gebäudeensembles statt. Dabei soll ein privater, angeblich internationaler Investor den Zuschlag erhalten haben. Eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft unterlag. Damit sei der Weg einer Kommunalisierung gescheitert, wie Florian Schmidt (Grüne), Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, mitteilt. Ein Kaufvertrag liege noch nicht vor.

Schmidt nannte es als Ziel des Bezirks, die soziale Zusammensetzung der Bewohner des Gebäudes zu erhalten und zu verhindern, dass das Zentrum zum Spekulationsobjekt werde. „Wir werden sehr aufmerksam das bauliche Geschehen begleiten.“ Gemeinsam mit dem Senat wolle man auch den Weg prüfen, ein kommunales Vorkaufsrecht wahrzunehmen.

Bewohner aus mehr als 30 Nationen

Der Gebäudekomplex, entworfen vom Architekten Johannes Uhl, wurde 1974 eröffnet, errichtet mit den Geldern von etwa 500 privaten Investoren, die damit vor allem auch Steuern sparen wollten. Wie der Mieterrat Neues Kreuzberger Zentrum mitteilt, leben und arbeiten hier heute Menschen aus mehr als 30 Nationen in mehr als 295 Wohneinheiten und 90 Geschäftsräumen. Mit viel Engagement sei es gelungen, baulichem Verfall, Leerstand und Verwahrlosung entgegenzuwirken. Immer wieder seien öffentliche Kredite ins Gebäude geflossen, durch Umschuldungen ein Konkurs abgewendet worden. Der Mieterrat will, dass die gewachsene urbane Struktur erhalten bleibt und das Gebäude kein Spekulationsobjekt wird.