Am Sonntag sind erneut Kurden und Türken in Kreuzberg aufeinander losgegangen. Am frühen Nachmittag hatten zunächst etwa 2 000 Anhänger des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan demonstriert. Sie zogen vom Wittenbergplatz über die Tauentzienstraße und den Kurfürstendamm zum Adenauerplatz, wo sie gegen 14 Uhr ihren Aufzug beendeten. Nach Angaben der Polizei blieb es bei dieser Demonstration friedlich. Vereinzelt zeigten Teilnehmer allerdings den „Wolfsgruß“, das Erkennungszeichen der nationalistischen „Grauen Wölfe“.

Nach Angaben einer Polizeisprecherin begab sich danach ein Teil der ehemaligen Demonstranten zum Kottbusser Tor in Kreuzberg. Gegen 15.20 Uhr wurden dann laut Polizei aus einem Auto heraus Personen an einem Info-Stand der kurdischen Partei HDP provoziert.

Daraufhin eskalierte die Situation: Kurden bewarfen das Auto mit Flaschen. Türkische Nationalisten wiederum gingen auf die Kurden los. Polizisten trennten beide Seiten, auf denen sich jeweils bis zu 70 Personen angesammelt hatten.
Die Beamten nahmen mehrere Personen fest. Nach bisherigen Informationen gab es zwei Verletzte. Eine Frau meldete daraufhin eine pro-kurdische Demo an, sagte sie jedoch wieder ab. Die Polizei war bis zum Abend in Kreuzberg präsent.

Erst in der Nacht zum Donnerstag hatte es am Kottbusser Tor Zusammenstöße zwischen Kurden und türkischen Nationalisten gegeben. Diese hatten die Teilnehmer einer kurdischen Demonstration provoziert, auch da waren Steine und Flaschen geflogen.