Stylischer Schutz – designed von Jan Scheper-Stuke. 
Foto: Christian Schulz

BerlinDas ging schnell! Am Dienstag wurde Jan-Henrik Scheper-Stuke, der Chef der Berliner Krawattenmanufaktur Auerbach, von einem Unternehmerkollegen gefragt, was er mit seinen Näherinnen mache. Die Antwort gefiel ihm selbst nicht besonders: „Die sind in Kurzarbeit.“ Da kam vom Kollegen der entscheidende Hinweis: „Hast du schon mal darüber nachgedacht, Mundschutz herzustellen?“

Nein, hatte Scheper-Stuke nicht. Aber jetzt. Gleich am Mittwoch wurde in der Auerbach-Manufaktur in den Hackeschen Höfen mit verschiedenen Schnitten experimentiert und der Beste ausgesucht. Die Herstellung lief sofort an, auch Produktfotos entstanden gleich.

Verhätnismäßig niedrige Stückpreise

Schon am Abend um 21 Uhr tauchten die ersten Mundschutz-Exemplare im Onlinestore unter www.Auerbach.berlin auf. Als Scheper-Stuke am Donnerstagmorgen in seinen Computer schaute, bekam er ein Gefühl dafür, wie gut diese Idee war: „Über Nacht wurde der Mundschutz 52-mal verkauft. Und im Mailpostfach fand ich die Großbestellung einer Spedition, die 2000 Stück orderte.“

Wer die Auerbach-Preise kennt – selbst Einstecktücher kosten selten weniger als 50 Euro – der versteht, wenn Scheper-Stuke die Preise seiner Mundschutzmasken (18 Euro für Erwachsene, 12 für Kinder) so einordnet: „Ich will aus der Krise nicht den großen Gewinn ziehen. Aber den Näherinnen fällt zu Hause die Decke auf den Kopf.“

Scheper-Stuke läuft jetzt mit einem Mundschutz und perfekt passender Fliege durch die Stadt: „Wer das auch so haben will, soll einfach eine Mail an die Shopadresse schicken. Das machen wir dann.“ Auch die Besitzer besonders großer Köpfe sollen sich per Mail melden: „Für die machen wir dann etwas Größeres. Wegen unserer Masken soll niemand Segelohren bekommen.“

Nun werden weitere Näherinnen gesucht

Während er in den vergangenen Tagen noch überlegt hat, wie er in Zeiten geringer Nachfrage für elegante Herren-Accessoires seine Mitarbeiterinnen beschäftigt bekommt, steht Jan-Henrik Scheper-Stuke plötzlich vor einem anderen Problem: „Näherinnen, die gerade nichts zu tun haben, sollen sich gern auch über die Shop-Mailadresse Kontakt@Auerbach.berlin bei mir melden. Wir können helfende Hände gebrauchen.“