Sollen private Immobilienkonzerne verstaatlicht werden? Darüber wird in Berlin gestritten, seitdem eine Initiative mit exakt dieser Forderung Unterschriften für einen Volksentscheid sammelt. Nun gibt es eine neue Stimme in der Auseinandersetzung. Die Ratingagentur Moody’s hat in einer Stellungnahme erklärt, dass sich das Vorhaben negativ auf Berlins Kreditwürdigkeit auswirken könne.

Schon hat sich der Finanzsenator betroffen gezeigt und erklärt, dass man dies ernst nehme. Die Unternehmensverbände stimmen in diesem Chor ebenfalls mit ein. Das ist natürlich keine Überraschung, denn sie sind schon mal ganz grundsätzlich nicht begeistert von dem Enteignungsprojekt.

Moody’s Gutachten ist lediglich ein Kommentar

Für die Enteignung von Wohnungskonzernen gibt es gute Argumente. Und es gibt gute Argumente dagegen. Bevor man aber der Stellungnahme von Moody’s einen besonderen Wert zumisst, sollte man folgendes wissen: Es handelt sich dabei lediglich um einen Kommentar. Ein Gutachten von Moody’s liegt in diesem Zusammenhang gar nicht vor. Wenn es so wäre, sollte man einen Blick auf den Auftraggeber werfen. Denn Ratingagenturen wie Moody’s sind keine unabhängigen Forschungsinstitute, sondern private Unternehmen, die für ihre Auftraggeber tätig werden und die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Staaten bewerten.

Unfehlbar sind auch sie nicht, das beweist ihre Rolle in der Finanzkrise von 2008. Im Grunde läuft die aktuelle Stellungnahme der Agentur auf einen Kernsatz hinaus: Investoren wollen Sicherheit. So erklärt es der Analyst der Firma. Da haben sie mit den von Preissteigerungen betroffenen Mietern direkt was gemeinsam.