Die geplante Zwangsräumung in der Skalitzer Straße 64 ist abgewendet. Rund 100 Menschen protestierten vor dem Gebäude und blockierten die Eingänge zum Haus. Laut den Demonstranten soll der betroffene Mieter seit 31 Jahren dort leben. Vor einem Jahr habe der Eigentümer gewechselt.

Der Mieter soll darüber nicht informiert gewesen sein und habe die Miete weiter auf das alte Vermieterkonto überwiesen. Erst vor wenigen Tagen habe er von der Zwangsräumung durch eine Sozialarbeiterin erfahren und eine Sofortzahlung der Schulden angeboten. Dies sei aber abgelehnt worden. Daraufhin habe sich der Betroffene an das „Bündnis Zwangsräumung verhindern“ gewendet, das daraufhin zur Blockade aufgerufen hat.

"Es ist die einzige unsanierte Wohnung", sagt die Sprecherin des Bündnisses, Sara Walther. "Der Eigentümer interessiert sich nur für gut sanierte Wohnungen mit hohen Mieten. Wir wollen in Berlin bezahlbaren Wohnraum erhalten." Mitverantwortlich für die fehlenden Informationen sollen auch kaputte Briefkästen sein, aus denen immer wieder Post verschwindet.

"Der Eigentümer interessiert sich nur für die Miete"

Gegen 11.30 Uhr verkündete Demonstrationsanmelder Hans Georg Lindenau die Räumung werde am Donnerstag nicht stattfinden. Die Demonstranten klatschten und jubelten. Etwa 25 Polizeibeamte waren rund um das Haus im Einsatz. Zwischenfälle zwischen den Beamten und den Demonstranten gab es keine.

Demo-Anmelder Lindenau ist in der Szene kein Unbekannter. Er ist Besitzer des bekannten Revolutionsladens M99 in der Manteuffelstraße in Kreuzberg und kämpfte ebenfalls lange gegen eine Zwangsräumung. Auch in seinem Fall versammelten sich mehrmals Unterstützer zu Demonstrationen vor dem Haus. Im September konnte die Räumung verhindert werden.