Berlin - Erneut müssen Mieter eines Wohnhauses in Kreuzberg um ihre Zukunft bangen. Das Gründerzeitgebäude am Mehringdamm 67 soll am 21. März zwangsversteigert werden. Das geht aus dem Internetportal für Zwangsversteigerungen, ZVG-Online, hervor.

Falls der Termin bestehen bleibe, sei zu befürchten, „dass das Haus zu einem weiteren Spekulationsobjekt“ wird und drastische Mieterhöhungen sowie eine Verdrängung der bisherigen Mieter die Folge seien, schlagen die Bewohner Alarm.

Die Mieter fordern den Bezirk und den Senat auf, sich dafür einzusetzen, dass der bisher bezahlbare Wohnraum erhalten bleibt. Dafür sollte eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft die Immobilie entweder direkt von den Eigentümern erwerben oder dies auf dem Wege der Zwangsversteigerung tun.

Der Verkaufspreis wird hoch sein

In dem Haus, das um 1889 errichtet wurde, befinden sich 27 Wohnungen und drei Gewerbeeinheiten, darunter die Traditionsgaststätte Destille Kreuzberg. Jahrzehntelang habe das Gebäude einer Erbengemeinschaft gehört, die es sozial verträglich vermietet habe, schreiben die Bewohner. Nachdem einige der Erben ihre Anteile verkauft hätten, erfolge die Zwangsversteigerung nun zum Zwecke der Auflösung der Eigentümergemeinschaft. Das ist ein Verfahren, wenn die Teilung eines mehreren Eigentümern gehörenden Grundstücks nicht möglich ist.

Der Verkehrswert für die Immobilie wird auf fünf Millionen Euro beziffert. Bei der Versteigerung dürfte ein viel höherer Verkaufspreis zustande kommen. Damit steigt der Druck, die Mieten zu erhöhen. Zum Vergleich: Im Dezember 2017 war das Wohnhaus Eisenbahnstraße 2-3/Ecke Muskauer Straße 10 in Kreuzberg für 7,16 Millionen Euro versteigert worden. Das Mindestgebot lag bei 5,2 Millionen Euro.

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg will die Mieter am Mehringdamm unterstützen. Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) kündigte an, das Vorkaufsrecht des Bezirks zu prüfen.