Während die Temperaturen in Berlin in den vergangenen Tagen nachts deutlich unter den Gefrierpunkt fielen, mussten zahlreiche Mieter in Kreuzberg besonders frieren. In mehreren Häusern in der Admiralstraße, der Kohlfurter und der Kottbusser Straße funktionierten weder Heizungen noch Warmwasserleitungen. Der Hausvermieter? Die Deutsche Wohnen.

Jene Wohnungsgesellschaft also, die sich bereits im Februar 2017 vor dem Abgeordnetenhaus verantworten musste, weil im Winter 2016/17 mehrfach in Mietshäusern Heizungen ausgefallen waren und deren Mieter in Mitte und Hellersdorf dennoch im Oktober und Dezember über neue Heizungsausfälle klagten. Auch eine aktuell betroffene Mieterin aus Kreuzberg bestätigt: Immer wieder kommt es in den Wohnungen ihres Mietshauses zu Ausfällen von Heizung und warmem Wasser. Die Begründung: Keine.

Seitdem die Deutsche Wohnen das Haus als Vermieter übernommen habe, gäbe es zwar eine Service-Nummer, die problemlos erreichbar sei, jedoch keine Informationen darüber, aus welchem Grund weder Heizung noch Warmwasser funktionieren und - viel wichtiger - wann der Schaden aller Voraussicht nach behoben sei.

Gibt es warmes Wasser - oder nicht?

Das einzige Feedback, so die Mieterin, sei ein meist pampiges "Ist in Arbeit." Frustrierend für die Bewohner, die nach jedem Ausfall im vergangenen Jahr zwar Mietminderung beantragt und genehmigt bekommen haben, sich jedoch nie so richtig darauf verlassen könnten, dass warmes Wasser aus ihrer Leitung fließt.

Die Deutsche Wohnen war bis zum Mittag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Sprecher Marko Rosteck hatte dem rbb allerdings am Montag eine umfassende Erklärung für das Heizungs- und Wasserproblem geliefert. Laut Rosteck würden alle betroffenen Häuser von einer gemeinsamen, älteren Heizstation versorgt, in der bereits Mitte Dezember einer der beiden Heizkessel kaputt gegangen sei.

Beim Versuch, den Kessel auszutauschen, sei am vergangenen Freitag der zweite Kessel "geplatzt" und habe den neuen gleich mitbeschädigt und die komplette Station damit sprichwörtlich auf Eis gelegt. Am Dienstag sollen der beschädigte Kessel repariert und bis spätestens Ende der Woche alle Probleme behoben sein.

Um Radiatoren müssen sich die Mieter selbst kümmern

Für die Mieter gäbe es das Angebot von Radiator-Heizkörpern, die über eine Telefonnummer angefordert werden könnten. Das bestätigte auch die betroffene Mieterin aus Kreuzberg. Sie hob allerdings hervor, dass nicht die Deutsche Wohnen, die monatlich für die Wärmeversorgung bezahlt werde, die Radiatoren von sich aus umfassend zur Verfügung stellen würde, sondern man sich explizit selbst darum kümmern müsse, dass die eigene kalte Wohnung zumindest rudimentär geheizt werden könne.

Fraglich ist zudem, warum das Unternehmen umfassend über den Grund der Ausfälle informieren konnte, den betroffenen Mietern jedoch im persönlichen Gespräch keine Auskunft erteilt werden konnte. Immerhin: Am Dienstagmorgen funktionierte die Heizungs- und Warmwasserversorgung in der Wohnung der betroffenen Mieterin wieder. Es bleibt die Frage: Wie lange?