Berlin - So richtig gut ist es Emma Hartmann noch nie gegangen in ihrem Leben. Erst der schwere Job als Krankenschwester, 42 Jahre lang hat sie in einer Klinik geschuftet. Der Rücken ist kaputt, die Rente klein. Aber sie will nicht klagen, sagt die 71-Jährige. Und schon gar nicht jemandem zur Last fallen. Deshalb suchte sie sich einen Job, um zu den knapp 550 Euro Rente etwas dazu zu verdienen. Seit sechs Jahren verkauft Emma Hartmann Zeitungen. Im Sommer im Prinzenbad, den Rest des Jahres auf der Admiralbrücke in Kreuzberg.

Bei Wind und Wetter sitzt sie dort täglich von 9 bis etwa 14 Uhr auf einem Klappstuhl, das Angebot auf einem Ständer ordentlich aufgereiht. Doch mit dem Job könnte es jetzt vorbei sein – nach einer Anzeige macht ihr das Ordnungsamt das Leben noch schwerer. „Ich darf beim Verkauf nicht sitzen, soll die ganze Zeit stehen, die Zeitungen auf dem Arm tragen und alle sechs Stunden woanders hingehen“, sagt Emma Hartmann. Ihre Augen füllen sich mit Tränen, wie so oft in den letzten zwei Wochen. Wieso, fragt sie, soll plötzlich falsch sein, was Jahre lang richtig war?

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