Langsam, aber sicher verschwinden sie aus Berlin. Rund tausend Gasreihenleuchten sind seit Januar abgebaut und durch Leuchtstofflampen vom Typ Jessica ersetzt worden, teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit. Die Zahl der Leuchten, bei der die Glühstrümpfe einer Reihe montiert sind, ist auf 6983 Exemplare gesunken. In vier Jahren soll es die Lampenart in Berlin fast nicht mehr geben. Nur 230 Reihenleuchten bleiben erhalten.

Nun wurde begonnen, eine weitere Leuchtengattung umzustellen. Rund hundert Gasaufsatzleuchten in Kreuzberg funktionieren bereits mit LED. Die Umstellung kostet pro Standort bis zu 3400 Euro, wenn ein neuer Pfeiler verwendet wird. Doch vielerorts konnte der alte Pfeiler wieder verwendet werden, dann sind es rund 400 Euro weniger. Weitere 700, die in Nord-Neukölln stehen, werden im nächsten Jahr umgerüstet – trotz Bürgerprotesten.

„Für einen sofortigen Abrissstopp!“ Unter diesem Motto trafen sich am Sonnabend mehr als 250 Menschen in Charlottenburg, um mit einer Menschenkette gegen die „Vernichtung der Berliner Gasbeleuchtung“ zu protestieren. Einige Gasleuchtenfans hatten bereits am Tag zuvor erneut ihren Protest deutlich gemacht. Als Staatssekretär Christian Gaebler (SPD) an der Kreuzberger Falckensteinstraße auf LED umgerüstete Aufsatzleuchten vorstellte, setzten sie ihm zu. Die spezielle Gaslichtstimmung lasse sich mit Strom nicht nachahmen, sagte Christian Sperling vom Verein Gaslicht Kultur. Zudem stamme Strom oft aus Kohlekraftwerken. Gut für die Umwelt sei die Umstellung nicht gerade.

„Allein die Umrüstung der Reihenleuchten senke den Kohlendioxidausstoß um 9 200 Tonnen pro Jahr, entgegnete der Staatssekretär. Pro Reihenleuchte werden pro Jahr 280 bis 400 Euro Energiekosten eingespart. Gaebler verteidigte auch die Umrüstung der Aufsatzleuchten. „Erkennen Sie einen Unterschied zwischen LED und Gas?“ fragte er. Das ist in der Tat schwierig herauszufinden. Kleiner Tipp: An der Falckensteinstraße wird zum Beispiel die Leuchte vor der Pizzeria an der Ecke Schlesische Straße mit Strom betrieben, die Leuchte am Spielplatz dagegen noch mit Gas.