Berlin - Das dunkelblau gestrichene Eingangstor in der Adalbertstraße 74 in Kreuzberg trägt seit kurzem einen Schriftzug: „Rest in Power Peter H.“ hat jemand mit weißer Farbe auf das Tor des fünfgeschossigen Hauses gesprüht. Auf dem Klingelschild ist noch immer der Name Hollinger zu lesen.

Peter Hollinger, Schlagzeuger, Künstler, Klangspieler, wie er sich nannte, hat 36 Jahre in diesem Haus gelebt. Nachdem er vor etwa sieben Jahren krank geworden war und berufsunfähig, waren die beiden Zimmer im ersten Geschoss des Altbaus sein Refugium. Ohne diesen Zufluchtsort, den er kaum noch verließ, wollte und konnte Hollinger nicht leben. Doch dann kündigte seine Vermieterin. Eigenbedarf. Ihre Tochter wollte in die Wohnung einziehen. Hollinger aber wollte nicht raus. Am 31. Mai endete die Räumungsfrist. Hollinger blieb bis zum Schluss. An diesem Tag fand die Polizei ihn in seiner Wohnung. Der 66-Jährige hatte sich das Leben genommen.

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