Einen Tag nach der Veröffentlichung von Überwachungsbildern aus einem Spätkauf hat sich am Montagabend der mutmaßliche Mörder der 41-jährigen Ewa K. (41) bei der Polizei in Belgien gestellt. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um den 55-jährigen Fotografen Franky S., der aus dem belgischen Flamen stammt. Er wohnte zuletzt in einer kleinen Altbauwohnung an der Weisestraße in Neukölln.

Bewohner des Hauses wurden in der Nacht zum Dienstag aus dem Schlaf gerissen, als Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK ) gegen 2 Uhr die Wohnungstür des Verdächtigen aufbrachen. Von Mieter Franky S. fehlte jede Spur. Der 55-Jährige hatte sich nach Belgien abgesetzt und kurz darauf in Flandern gestellt.

„In der Vernehmung hat er eingeräumt, der Mann auf den abgebildeten Fahndungsbildern zu sein. Die Tat bestreitet er aber“, sagt Staatsanwaltssprecher Martin Steltner auf Anfrage.

Feuer gelegt und über Regenrinne entkommen

Der Fotograf ist dringend tatverdächtig, die Kreuzberger Künstlerin am Freitagabend in ihrem Wohnungsatelier in der Pücklerstraße erstochen zu haben. Bevor er über die Regenrinne aus der Wohnung in der ersten Etage nach draußen kletterte, soll er ein Feuer gelegt haben. Offenbar wollten er seine Spuren verwischen. Anwohner hatten jedoch rechtzeitig die Feuerwehr alarmiert.

„Der 55-Jährige erhielt einen europäischen Haftbefehl, der sich auf mehrere erkennbare Mordmerkmale stützt“, erklärt Steltner. Der Verdächtige soll nun in den nächsten Tagen nach Berlin ausgeliefert werden.

Welches Motiv Franky S. gehabt haben könnte, ist derzeit noch unklar. Einige Freunde von Ewa K. hatten den Mann auf Überwachungsbilder wiedererkannt. Sie stammen aus einem Späti.