Ab sofort kann jedermann im Internet nachlesen, welche Straftaten in welchem Kiez von der Polizei erfasst wurden. Möglich macht das der neue Kriminalitätsatlas, den die Ermittlungsbehörden für jeden einsehbar im Internet veröffentlicht haben. Darin enthalten sind die Daten der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik. Diese Daten wurden bisher im Abstand von jeweils zwei Jahren veröffentlicht, wahlweise in Papierform oder online im PDF-Format.

Wo man sich vorher durch Hunderte DIN-A4-Seiten wühlen musste und die darin enthaltenen Texte in einem zum Teil höchst gewöhnungsbedürftigen Beamtendeutsch formuliert waren, kann man nun mit nur wenigen Klicks ganz einfach herausfinden: Wie sicher ist mein Kiez? 

Aufklärungsquote gestiegen

Die Polizei unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Arten, die Anzahl der Verbrechen statistisch zu erheben. Zum einen gibt es die Häufigkeitszahl. Sie bezeichnet die Anzahl der Straftaten bezogen auf 100.000 Einwohner. So lassen sich Bezirke untereinander vergleichen. Daneben erhebt die Polizei noch die absoluten Fallzahlen, also jede einzelne Straftat. Nach dieser Zählung kam es im Bezirk Mitte zu 96.716 Straftaten. An zweiter Stelle steht Friedrichshain-Kreuzberg mit 54.849 Straftaten, danach folgt Charlottenburg-Wilmersdorf mit 53.357 Straftaten. 

Fasst man alle Verbrechen des Jahres 2017 zusammen, ist Berlin zumindest statistisch gesehen sicherer geworden. Trotz steigender Einwohnerzahlen sank die Zahl aller registrierten Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um fast 50.000 auf 520.437. Zugleich stieg die Aufklärungsquote der Polizei von 42 auf 44,2 Prozent. 

Allerdings sind es vergleichsweise harmlose Straftaten wie Taschendiebstähle, die zurückgegangen sind. Die Zahl der gefährlichen Körperverletzungen, die Zahl der Angriffe auf Polizisten und Feuerwehrmänner sowie Sexualstraftaten sind dagegen gestiegen, letztere sogar um 32 Prozent gegenüber 2016. 

Die Veränderung der Kriminalitätsbelastung von 2012 bis 2017

Vergleiche wie diese sind mit dem neuen Kriminalitätsatlas nun deutlich einfacher zu erstellen als bislang. Zudem erstreckt sich die Darstellung der einzelnen Werte jetzt über einen Vergleichszeitraum von sechs statt bisher nur zwei Jahren. Somit könnten „Entwicklungstendenzen besser veranschaulicht werden“, sagt die Polizei. Das ist nicht die einzige Neuerung: Es gibt laut Polizei auch einen Download-Bereich, in dem die Ausgangsdaten in maschinenlesbarer Form (Excel-Tabelle) zur Verfügung gestellt werden.

Die Aktualisierung der Daten erfolge künftig zudem „in einem jährlichen Rhythmus anstatt wie bisher nur aller zwei Jahre“, so die Polizei weiter. Ergänzt wird die Karte durch ein Zeitreihendiagramm, das die Veränderung der Kriminalitätsbelastung von 2012 bis 2017 darstellt sowie eine Übersicht zur Position eines ausgewählten Gebiets im Ranking zeigt.