Berlin - In Kreuzberg, Friedrichshain und Neukölln ist es am gefährlichsten. Steglitz, Tempelhof, Zehlendorf und Schöneberg sind am sichersten. Das geht aus einer internen Statistik der Polizei hervor, die der Berliner Zeitung vorliegt. In der Statistik werden die sechs Polizeidirektionen nach der Anzahl ausgewählter Straftaten verglichen. Aufgeführt sind dabei Delikte wie Raub, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Diebstahl. Mord und Totschlag, Sexualdelikte sowie Kindesmisshandlungen, Betrügereien, Menschenhandel und Wilderei sind dagegen nicht aufgeführt.

Insgesamt wurden nach der Statistik im vergangenen Jahr 363.836 Straftaten begangen. Mit 20,78 Prozent hat die Direktion 5 (Kreuzberg-Friedrichshain und Neukölln) den größten Anteil daran. Mehr als 40 Prozent der Fälle wurden dort aufgeklärt. Mit dieser Anzahl liegt die Direktion im Vergleich zu den anderen im Mittelfeld. Den größten Erfolg bei der Aufklärung von Straftaten hatten die Ermittler der Direktion 3, die für Tiergarten, Mitte und Wedding zuständig ist. Dort wurde fast jede zweite Straftat aufgeklärt.

Im Einzelnen belegt die Statistik, dass im Gebiet der Direktion 1 (Pankow, Weißensee, Reinickendorf) am wenigsten geraubt wurde. In Kreuzberg, Neukölln und Friedrichshain wurde am meisten auf Straßen, Wegen und Plätzen geschlagen. Das habe auch mit den Auseinandersetzungen zwischen Dealern und Kunden im Görlitzer Park zu tun, sagen Polizisten. Auch im Taschendiebstahl liegt die Direktion 5 vorn. Das sei erstaunlich, sagen Fachleute. Taschendiebe seien vor allem in touristischen Zentren unterwegs. Deshalb hätten sie eher auf Mitte getippt, sagen sie. Auch beim Diebstahl aus Wohnungen liegen Kreuzberg, Neukölln und Friedrichshain mit 2918 Fällen vorn. Wenn es um gestohlene Mopeds und Motorräder geht, führt die Direktion 6 (Marzahn, Hellersdorf, Treptow, Köpenick, Lichtenberg und Hohenschönhausen) die Rangliste mit 553 Fällen an. In diesem Bereich wurden im vorigen Jahr auch die meisten Kraftwagen gestohlen. 1566 Fällen musste die Polizei nachgehen. 119 mal waren die Ermittlungen erfolgreich. Autodiebe bevorzugen Ortsteile am Stadtrand, um zu stehlen. Der Grund: Sie müssen beim Flüchten nicht durch die Stadt fahren, sondern sind schnell auf einer Autobahn.

Leichtsinnige Insassen

Beim Diebstahl an und aus Fahrzeugen führt die Direktion 4 (Zehlendorf, Steglitz, Schöneberg und Tempelhof). 6534 Fälle wurden in diesem Bereich registriert. Dort stehen mehr teure Autos als anderswo. Und die Insassen lassen beim Aussteigen mehr wertvolle Sachen sichtbar im Wagen liegen, sagen Polizisten. Es werde schon nichts passieren, heiße ihre Devise. Das wissen auch die Diebe. In der Direktion 1 (Pankow, Reinickendorf, Weißensee und Prenzlauer Berg) kamen im vorigen Jahr die meisten Fahrräder weg. In der Direktion 3 dagegen waren Fahrräder bei Dieben nicht so begehrt.

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