Die in Berlin erfasste Zahl der Straftaten, die im Internet begangen wurden, stieg im vergangenen Jahr um 27 Prozent.
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BerlinDie Computer- und Internetkriminalität nimmt immer weiter zu. So stieg die in Berlin erfasste Zahl der Straftaten, die im Internet begangen wurden, im vergangenen Jahr um 27 Prozent auf 38.988 Fälle. Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote von 31,8 auf 22,6 Prozent. So steht es in einer noch unveröffentlichten Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Bernd Schlömer, die der Berliner Zeitung vorliegt.

Zur Internetkriminalität gehören zum Beispiel der Waren- und Warenkreditbetrug, die schon seit Jahren immensen Schaden verursachen. 2018 lag die Schadenshöhe bei 24,1 Millionen Euro. Für 2019 lieferte die Verwaltung noch keine Zahlen. Warenbetrug liegt vor, wenn jemand verspricht, eine Ware zu liefern, etwa über einen gefälschten Internet-Shop. Der Kunde bezahlt die Ware, die aber nicht geliefert wird. Der Warenkreditbetrug wiederum zielt auf das betrügerische Erlangen von Waren ohne Bezahlung ab.

Zur Internetkriminalität zählt zum Beispiel auch die Verbreitung, der Erwerb und die Herstellung von Kinderpornografie. Auch hier nehmen die Fallzahlen seit Jahren zu. Von 295 Fällen im Jahr 2017 über 312 im Jahr 2018 stieg die Zahl der erfassten Fälle im vergangenen Jahr auf 385 an. Die Aufklärungsquoten liegen in diesem Bereich in der Regel über 80 Prozent.

Schaden von 22,6 auf fast 54 Millionen Euro gestiegen

Im vergangenen Jahr erfasste die Polizei auch 7 876 Fälle von Betrug durch rechtswidrig erlangte Zahlungskarten mit PIN. Das sind 227 Fälle mehr als im Vorjahr, in dem die Polizei ebenfalls schon eine Zunahme um 14 Prozent registriert hatte. Diesen Anstieg erklären die Ermittler damit, dass immer mehr Zahlungskarten, die durch die Geldinstitute an die Kunden verschickt werden, auf dem Postweg verloren gehen. Sowohl die Karten als auch die PIN werden durch die Banken per einfacher Briefpost versandt. Täter greifen diese Briefe ab und heben dann am Automaten Geld ab. Nur 8,7 Prozent dieser Taten konnte die Polizei aufklären.

Die Schadenssummen, die durch Computer- und Internetkriminalität in Berlin verursacht wurden, steigen seit vielen Jahren an. Im vergangenen Jahr lagen sie bei 53.932 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 hatten Kriminelle auf diese Weise „nur“ 22,6 Millionen Euro erbeutet. Bernd Schlömer fordert deshalb eine intensive Aus-, Fort- und Weiterbildung von Ermittlern und eine personelle Stärkung in diesem Bereich. „Aufgrund des grenzüberschreitenden Charakters der Internetkriminalität, braucht es zudem mehr verlässliche internationale Zusammenarbeit“, so Schlömer.