Die Definition von dumm? Ein Unfall mit dem Auto des Chefs

In dieser Woche ging es auf den Berliner Straßen wieder brutal zu. Aber auch Dummheit spielte eine Rolle. Unser Ersatz-Crime-Reporter zieht Bilanz.

Kontrolle über den E-Scooter verlieren und liegen lassen. Eine von vielen Dummheiten diese Woche.
Kontrolle über den E-Scooter verlieren und liegen lassen. Eine von vielen Dummheiten diese Woche.IMAGO/Seeliger

Dass die meisten Unfälle im Haushalt passieren, wissen wir aus Statistiken. Dass viele Unfälle auf den Straßen von Berlin stattfinden, entnehmen wir den Polizeimeldungen. Und auch in dieser Woche schlugen mal das Schicksal, mal die Dummheit wieder erbarmungslos zu.

Hier die Dummheit: Am Mittwoch waren zwei Jugendliche in Gesundbrunnen mit einem E-Scooter unterwegs, als der Fahrer aus bislang unbekannten Gründen die Kontrolle über diesen verlor und ihn gegen einen Bordstein lenkte, worauf der Mitfahrer stürzte und sich schwer am Rücken verletzte. Und was machte der Fahrer? Rannte einfach weg.

Hier das Schicksal: Am Donnerstag stürzte eine Seniorin in einem Linienbus in Lankwitz, weil der Fahrer eine sogenannte Gefahrenbremsung machen musste, um einem Zusammenstoß mit einem anderen Fahrzeug zu entgehen. Die 79-jährige Frau kam mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus. Und was machte der Bremsverursacher? Fuhr einfach weg.

Und dann noch einmal Dummheit, die Dummheit der Woche sogar: Am vergangenen Dienstag kam es zu einem Unfall in Steglitz, weil ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen anders als geplant endete, nämlich: mit dem Besuch einer Polizeidienststelle. Aber von vorne: Gegen 20.30 Uhr überholte der BMW-Fahrer mit überhöhter Geschwindigkeit (dumm) rechts (doppeldumm) einen Streifenwagen (dreifachdumm).

Als die Streife mit Blaulicht und Martinshorn die Verfolgung aufnahm, soll der BMW-Fahrer noch mal Gas gegeben haben (dummdreist). Er verließ an der Anschlussstelle Filandastraße die Autobahn. Bei einem Abbiegemanöver auf der Joachim-Tiburtius-Brücke prallte er gegen einen an einer roten Ampel haltenden Opel, der in einen VW geschoben wurde; der BMW kam auf dem Mittelstreifen zum Stehen. Hier konnte die Polizei den Fahrer, 38, und den Beifahrer, 29, festnehmen.

Dumm genug? Noch nicht. Der Hobbyrennfahrer konnte nämlich keinen gültigen Führerschein vorweisen. Und immer noch nicht dumm genug, denn der BMW gehörte gar nicht ihm, sondern seinem Chef, der nichts davon wusste, dass sich da jemand seinen Autoschlüssel unberechtigterweise genommen hatte. Der Wagen wurde natürlich beschlagnahmt.

Fahrer und Beifahrer wurden wieder entlassen. Das Ermittlungsverfahren läuft, und die Liste der Vorwürfe ist lang: verbotenes Kraftfahrzeugrennen, Verkehrsunfall mit einer Verletzten, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Fahren ohne Fahrerlaubnis und unbefugter Gebrauch von Kraftfahrzeugen. Dumm ist der, der Dummes tut.