Schönefeld/Berlin - Die Opposition im Landtag kritisierte Platzeck dabei scharf für sein Vorgehen in der Gremiumsitzung am Freitag kritisiert. Die CDU warf ihm vor, die Interessen der Brandenburger zu „unterlaufen“.

Bei seiner Sitzung am Freitag hatte der Aufsichtsrat die Mehrkosten auf rund 1,2 Milliarden Euro beziffert und eine erneute Prüfung des geplanten Eröffnungstermins am 17. März 2013 beschlossen. Zudem beschlossen die Aufsichtsratsmitglieder unter dem Vorsitz von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), das aktuelle Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin Brandenburg (OVG) zum Schallschutz zu überprüfen. Das Gericht hatte Mitte Juni entschieden, dass der Lärmschutz entsprechend den Vorgaben des Planfeststellungsbeschlusses ausgeweitet werden muss.

SPD sieht Bund und Berlin in Bringschuld

Aus Sicht der brandenburgischen Grünen ist ein Vorgehen gegen diese Entscheidung „inakzeptabel“. Das Urteil des OVG müsse „Eins zu Eins“ umgesetzt werden, auch wenn dies zu Mehrausgaben von bis zu 500 Millionen Euro führen könne, sagte Fraktionschef Axel Vogel.

Platzecks unklare Rolle in der Aufsichtsratssitzung sorgte für zusätzlichen Zündstoff unter den Parteien. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, Dieter Dombrowski, sprach in Bezug auf die Entscheidung zum Lärmschutz von einem „Skandal“. Der Ministerpräsident vertrete nicht mehr die Interessen der Brandenburger, sondern betrüge sie um ihre Rechte, wenn er die Lärmschutzauflagen „unterlaufe“, rügte der Unionspolitiker.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Ralf Holzschuher wies dies zurück. Der Ministerpräsident habe sich in der Sitzung dafür eingesetzt, dass der Klarstellungsantrag der Flughafengesellschaft zurückgezogen werde, sagte er. „Leider haben Bund und Berlin das Land Brandenburg überstimmt“, sagte Holzschuher. Er sah daher die Vertreter von Bund und Berlin in der Bringschuld. (dapd)