Berlin - Bisher musste in einer erneuten Prüfung am Ende der 4. Klasse festgestellt werden, dass beide Eltern berufstätig sind. Die Bildungsverwaltung rechnet damit, dass etwa 7000 der gut 40.000 Fünft- und Sechstklässler vom neuen Angebot Gebrauch machen. Ab nächstem Schuljahr gilt dies zunächst für Fünftklässler.

Landeselternausschuss, Grundschulverband und GEW kritisierten, dass mit dem neuen Gesetz außerdem die Ferienbetreuung für Fünft- und Sechstklässler abgeschafft wird. „Mit Blick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist das inkonsequent“, sagte Günter Peiritsch vom Landeselternausschuss. Die neue Regelung sei „weit von der Lebenswirklichkeit entfernt“, kritisierte GEW-Chefin Doreen Siebernik. Burkhard Entrup, Initiator des Hort-Volksbegehren, befürchtet, dass die neue Regelung gegen das Kinderschutzgesetz verstößt, da Neunjährige in den Ferien unbetreut blieben. „Es gibt für Fünft- und Sechstklässler auch andere Ferienangebote wie Fußball- und Feriencamps sowie zahlreiche Veranstaltungen von Jugendeinrichtungen“, entgegnete Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD). „Viele Kinder in diesem Alter wollen ihre Freizeit lieber außerhalb der Schule verbringen.“ Derzeit seien 2100 Fünft- und nur 618 Sechstklässler im Hort.