Kritik an CDU-Politikerin: Katrin Vogel richtet Bürgerbüro im Autohaus ihres Mannes ein

Berlin - Die Mitteilung steht auf ihrer Internetseite. Dort ist zu lesen, dass die Treptower CDU-Abgeordnete Katrin Vogel ein neues Bürgerbüro beziehen will. Der Mietvertrag für das bisherige Büro an der Kiefholzstraße 186 in Baumschulenweg ende. Ihr neues Büro befindet sich ab dem 1. Januar 2017 in Altglienicke, Grünauer Straße 9.

Diese Adresse dürfte im Ortsteil allgemein bekannt sein, weithin sichtbar prangt an dem Gebäude die rote Aufschrift „Vogel-Automobile“. Es ist das Autohaus des Ehemannes von Katrin Vogel, Michael Vogel. Die Ortswahl für das Büro zieht Kritik auf sich, denn der Ex-Bezirksstadtrat und Unternehmer könnte nun von Steuermitteln profitieren, die er über seine Frau als Raummiete für das Büro erhält.

Berliner Abgeordnete erhalten eine zu versteuernde Entschädigung in Höhe von 3601 Euro. Dazu kommt eine steuerfreie Kostenpauschale von 2518 Euro – für Porto, Telefon, Schreibarbeiten und Fahrtkosten. Und für ein Bürgerbüro, das eine Anlaufstelle für die Bürger sein soll, die dort ihre Anliegen vorbringen können. Geld für bis zu drei Mitarbeiter in Höhe von 3021 Euro gibt es extra noch obendrauf.

Katrin Vogel will sich nicht äußern

Wie hoch die Miete für das neue Büro ist, bleibt offen. Katrin Vogel wollte sich am Donnerstag trotz mehrfacher Anfrage dazu nicht äußern. Auch nicht zur Kritik an der privaten Konstellation, die zumindest ein „Geschmäckle“ hat. Vor wenigen Tagen wurde die Abgeordnete mit der Aussage zitiert, die Adresse sei für sie praktisch, weil sie im Autohaus auch ihr Steuerberatungsbüro habe.

Protest gegen Flüchtlingsunterkunft in Altglienicke

Das Ehepaar Vogel ist in Altglienicke wohlbekannt. Seit Jahren engagieren sich beide CDU-Politiker dort. Katrin Vogel war zuletzt durch ihre aktive Unterstützung für eine Anwohnerinitiative aufgefallen, die immer montags gegen eine Flüchtlingsunterkunft in Altglienicke protestiert hat. Dieses Engagement hat ihr bei den betroffenen Anwohnern viel Sympathien, bei etlichen Parteifreunden aber auch erhebliche Missbilligung eingebracht.

Michael Vogel war die vergangenen zwei Jahre Kultur- und Schulstadtrat in Treptow-Köpenick. Vor der Wahl noch auf Postern als Spitzenkandidat beworben, verlor er schließlich die Zustimmung seiner Parteifreunde. Nach innerparteilichen Kontroversen wurde er nicht wieder als Stadtrats-Kandidat aufgestellt. Mit dem Amt verlor er das Stadtrats-Einkommen von rund 7500 Euro.