Berlin - Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier, Bullterrier und Tosa Inu sowie Kreuzungen untereinander und mit anderen Hunden: Sie müssen stets Maulkorb tragen und dürfen weder gezüchtet, noch verkauft werden.

Gleichzeitig verschwinden Rassen wie Mastiff, Mastin Espanol oder Mastino Napoletano von der Liste. Das liege aber weniger daran, dass diese Hunde zahmer seien als vermutet, heißt es aus der Senatsbehörde. Vielmehr gebe es so wenige dieser Exemplare in Berlin, so dass man sie von der Liste nehmen konnte.

Für den Tierschutzverein Berlin, der das Tierheim Falkenberg führt, „kommen die Menschen bei dem neuen Gesetz ganz gut weg, nicht aber die Tiere“, wie es Sprecherin Beate Kaminski formuliert. Dabei befinde sich „das Problem doch oft am anderen Ende der Leine“. Vor allem die neue Rasseliste sei ein „halbherziger Kompromiss“.

„Wir hätten uns gewünscht, dass die Liste komplett gestrichen wird“, sagt Beate Kaminski. Es lasse sich nämlich aufgrund der Rasse nicht seriös herleiten, ob ein Tier tatsächlich gefährlich ist. Durch die Liste jedoch würden die Tiere stigmatisiert. „Die sitzen dann deswegen Jahre lang bei uns im Tierheim, weil sie niemand aufnimmt“, sagt sie. Etwa zwei Drittel aller Hunde in Falkenberg gehörten einer der vier Rassen an.

Senator Heilmann hingegen bekräftigt, dass auch ein Schäferhund, der auffällig wird, als gefährlich eingestuft werden könne. Umgekehrt könne ein alterslahmer Kampfhund auf Antrag vom Maulkorb befreit werden. „Das scheint mir eine sehr vernünftige Flexibilisierung zu sein“, so Heilmann.

Seine Sprecherin Claudia Engfeld verweist auf die Statistik, die in Wahrheit eine Erfolgsgeschichte offenbare. Seit Einführung einer Berliner Rasseliste im Jahr 1999 sei die Anzahl der Bissvorfälle von rund 300 pro Jahr auf aktuell 25 zurückgegangen.