Was dem Senat mit der Schinkelschen Bauakademie nicht gelungen ist, bekommen private Investoren in dem stadthistorisch wichtigen Areal zumindest schneller hin. Auch wenn es dabei viele Probleme gibt: Rings um die Friedrichswerdersche Kirche wird gebaut und ein Stück historische Mitte repariert.

So verwirklicht die Bauwert Investment Group ihr Luxusprojekt Kronprinzengärten – aber mit fast eineinhalbjähriger Verzögerung. Zudem hat am Schinkelplatz die Moll Immobilien Management aus München mit dem Neubau von Büro- und Wohnhäusern begonnen.

Baustopp wegen Schäden an anderen Gebäuden

„Wir bauen jetzt ganz normal weiter“, sagt Henning Hausmann, der Investmentchef der Bauwert. Im September 2012 jedoch hatte der Bezirk Mitte einen Baustopp verhängt, weil damals beim Ausheben der Baugrube für die Kronprinzengärten Schäden an der Friedrichswerderschen Kirche festgestellt wurden. Putz war von der Decke abgeplatzt, im Boden wurden Brüche und im Mauerwerk lange Risse festgestellt.

Die Staatlichen Museen zu Berlin schlossen ihre Skulpturenausstellung in der Kirche, die Kunstwerke wurden eingelagert. Als Ursache wird genannt, dass die Baugrube falsch berechnet worden sein soll. Zudem soll das Fundament der Kirche einen Meter höher liegen als aus den Akten ersichtlich war.

Nach vielen Gutachten und Probebohrungen wird das Fundament jetzt mit Tausenden Tonnen Beton gesichert, wie Hausmann sagt. Die Kronprinzengärten, die nun bis Ende 2015 fertig sein sollen, gelten als Luxusbau. Für 85 Millionen Euro entstehen Stadthäuser, 32 Wohnungen sowie ein Atelier- und Galeriehaus. Luxus heißt auch teuer. So wurde mit 17.000 Euro pro Quadratmeter für eine Dachgeschosswohnung ein Berliner Spitzenpreis erzielt.

"Intellektuelle Frechheit"

Eine andere Strategie verfolgt der Investor am Schinkelplatz. Dort werden hinter der Kommandantur ein Büro- und zwei Wohngebäude mit Galerien und Café im Erdgeschoss errichtet, sagt Geschäftsführer Xaver Moll. Die Wohnungen sollen 60 bis 120 Quadratmeter groß sein und vermietet werden. Zu Preisen und Architektur will sich Moll vorerst aber nicht äußern.

Denn als die Ergebnisse eines Wettbewerbs von der Berliner Zeitung 2012 veröffentlicht wurden, ernteten die Entwürfe vor allem Spott, weil die monotonen Lochfassaden der Bedeutung des Ortes nicht gerecht würden. Die Gesellschaft Historisches Berlin bezeichnete die Arbeiten sogar als „intellektuelle Frechheit“.

Moll hat reagiert: „Die Entwürfe wurden intensiv überarbeitet.“ Volker Staab Architekten seien weiter für das Bürohaus zuständig. Vom Wettbewerbssieger für die Wohngebäude habe man sich getrennt, sie werden nun von den Büros Steidle (München) und Klaus Theo Brenner (Berlin) bis 2016 errichtet. Vier weitere Parzellen am Schinkelplatz werden von der Firma Frankonia bebaut, die Planungen sind aber noch nicht abgeschlossen.