Wegen einer polizeilich nicht genehmigten Versammlung von Fußballfans mit Verkleidungen im Stil des Ku-Klux-Klans in Cottbus ermittelt nun der für polizeilich motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz der Kriminalpolizei. „Im Internet kursiert ein entsprechendes Bild“, sagte Ines Filohn, Sprecherin der Polizeidirektion Süd, am Montag der Berliner Zeitung. „Nach unseren bisherigen Ermittlungen stammt das Bild von Sonntagabend und wurde bei den Feierlichkeiten auf dem Altmarkt aufgenommen.“ Auch der FC Energie geht davon aus, dass das Foto am Sonntag aufgenommen wurde.

Auf dem Foto sind mehrere Personen zu sehen. Sie posieren weiß-maskiert nach dem Heimspiel FC Energie Cottbus gegen SC Weiche Flensburg. Unklar ist bislang, wer das Foto aufgenommen hat.  Die Polizei hat die Aktion selbst nicht gesehen und erst später davon erfahren. Daraufhin sei Anzeige erstattet und der Staatsschutz eingeschaltet worden, sagte Filohn.

Feier vor dem Lokal mit den Spielern

Viele Energie-Fans haben am Sonntag nach dem Aufstieg ihrer Mannschaft in die Dritte Bundesliga – für den beim Rückspiel gegen Flensburg nach dem siegreichen Hinspiel ein 0:0 ausreichte – bis in die späten Abend gefeiert. „Zur Feier der Mannschaft in einem Restaurant in der Innenstadt fanden sich mehrere hundert Anhänger vor diesem auf dem Altmarkt ein“, sagte Polizeisprecherin Filohn.

Aus einer Gruppe heraus seien dann auf dem Altmarkt pyrotechnische Erzeugnisse in Form von Bengalischen Fackeln gezündet worden. „Weiterhin zeigten mehrere Personen jenes rote Transparent mit der Aufschrift ’Aufstieg des Bösen’“, sagte sie.

Rassistischer Geheimbund

Die Buchstaben sind im altdeutscher Runenschrift gehalten. Die Männer, die das Transparent hielten, trugen dabei weiße Kapuzenmützen, die an den „Ku-Klux-Klan“ erinnern – also an einen rassistischen und gewalttätigen Geheimbund, der vor allem in den Südstaaten der USA aktiv war und ist. Die Anhänger maskierten sich oft mit weißen Umhängen und tragen enge weiße Stoffmützen, die einen hohen Zipfel haben, über das gesamten Gesicht reichen und nur zwei kleine Öffnungen für die Augen haben.

Auf dem Cottbuser Transparent ist zudem ein Symbol zu sehen, dass dem Logo des Klu-Klux-Klan zum Verwechseln ähnlich ist. Es handelt sich um einen roten Kreis mit einem weißen Kreuz in der Mitte. Ringsum steht dann Energie Cottbus.

Rangelei von Fans und Syrern

Energie Cottbus ist dafür bekannt, dass es auch einen sehr große rechtsradikal orientierte Fangruppe hat, die sogar lange dominant war.

Am späteren Abend wurde die Polizei über eine Körperverletzung im Puschkin-Park informiert. Etwa 10 bis 15 laut jubelnde und grölende Cottbuser zogen durch den Park und feierten ihren Verein. Dabei trafen sie auf zwei aus Syrien stammende 17 und 18 Jahre alte Jugendliche, die diese Situation falsch einschätzten und offensichtlich glaubten, dass sie angegriffen werden. „Es entstand eine Rangelei“, sagte die Polizeisprecherin. „Noch vor Eintreffen der Polizei hatte sich die Situation aufgelöst.“ Verletzt wurden niemand.

Energie distanziert sich

Der Fußballclub "distanzierte sich entschieden“ von dem gezeigten Banner und den Leuten, die es zeigen. „Wir sind zutiefst betroffen, dass einige wenige Personen durch ihr Handeln die Freude über den Aufstieg trüben und das Image von zehntausenden Energiefans und des Vereins beschädigen“, teilte Energie mit. "Eine Darstellungsform die menschenverachtend, abstoßend und in keiner Weise tolerierbar ist." Der Verein begrüße ausdrücklich die Bemühungen durch Polizei und Staatsschutz und hoffen hierbei auf schnellstmögliche Ermittlungsergebnisse.

Verein will lebenslanges Hausverbot

Die Vorfälle ereigneten sich außerhalb des Einflussbereich des FC Energie, trotzdem werde der Verein, wenn die Verantwortlichen ermittelt werden sollten, ihnen "bundesweite Stadionverbote und lebenslange Hausverbote aussprechen". Sofern gegen diese Personen nicht bereits derartige Sanktionen getroffen wurden.

Der Verein geht davon aus, dass diese Personen der Stadt Cottbus, der gesamten Region und dem FC Energie Cottbus ganz bewusst Schaden zufügen wollen.