Berlin - Vom Erfolg waren sie selber überrascht. "Die Nachfrage war so groß, wir hätten das Cumberland dreimal verkaufen können", sagt Dirk Germandi. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Detlef Maruhn hat der Unternehmer in sieben Monaten alle 186 Wohnungen, die im denkmalgeschützten Haus Cumberland am Kurfürstendamm bis September 2013 entstehen, verkauft. Darunter sind 20 Penthäuser im Dachgeschoss, mit Sauna- und Kaminanschluss. Die Quadratmeterpreise lagen zwischen 3500 und 7000 Euro.

Bauprojekte von mehr als eine Milliarde Euro geplant

Das Haus Cumberland, das für 120 Millionen Euro umgebaut wird, steht beispielhaft für den Aufschwung der City-West. Nachdem zwei Jahrzehnte lang das Geld der Investoren vor allem in die City-Ost und den Potsdamer Platz gelenkt wurde, richtet sich das Interesse jetzt mehr und mehr auf das Gebiet um Breitscheidplatz und Kudamm. Dort sind Bauprojekte im Wert von mehr als einer Milliarde Euro im Gange oder geplant, wie Vertreter der Investoren am Freitag berichteten. Die Bauherren kommen nicht nur aus Berlin und dem Bundesgebiet, sondern auch aus Abu Dhabi oder aus Irland. Es sind Banken, Projektentwickler und Privat-Unternehmer.

"Go West ist sexy", sagt Thomas Hohwieler, Geschäftsführer des Projektentwicklers Strabag Real Estate aus Köln. Er will am Breitscheidplatz bis zum Jahr 2015 für 250 Millionen Euro einen rund 120 Meter hohen Wolkenkratzer sowie einen kleineren Gebäuderiegel errichten. Der Baubeginn für den Atlas Tower ist für nächstes Jahr geplant. Schon fünf Hotelbetreiber hätten Interesse an dem Standort bekundet, nachdem der Konzern im Sommer dieses Jahres seine Baupläne bekannt machte. Noch steht nicht genau fest, wie der Turm genutzt werden soll. Möglicherweise entstehen dort auch Wohnungen. Die oberen Etagen böten sich dafür an, sagt Hohwieler.