Die gesperrte Tauentzienstraße nach dem illegalen Autorennen im Februar 2017.
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Berlin/Karlsruhe - Hamdi H. und Marvin N. lieferten sich vor drei Jahren ein tödliches Autorennen. Sie fuhren auf dem Kudamm und dem Tauentzien über rote Ampeln und rasten dabei einen unbeteiligten Autofahrer tot. Sie wurden, auch in einem zweiten Prozess, wegen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Dagegen legten sie Revision ein. 

Nun wird sich der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe erneut mit dem Urteil befassen und am 23. April dieses Jahres verhandeln. Zuerst hatte die Berliner Morgenpost berichtet. Wie die Entscheidung ausgehen wird, ist offen. Zumindest haben die obersten Strafrichter die Revision der Angeklagten nicht verworfen. 

Hamdi H. und Marvin N., damals 27 und 24 Jahre alt, sollen sich am 1. Februar 2017 in ihren Sportwagen ein illegales Autorennen auf dem Kudamm und dem Tauentzien geliefert haben - über 20 Kreuzungen und elf Ampeln hinweg. Hamdi H. war damals mit seinem 225 PS-starken Audi A6 TDI unterwegs. Marvin N. in einem Mercedes AMG CLA 45, der 381 PS hatte. 

Sohn des Opfers hofft, dass es Mord bleibt

Der Audi von Hamdi H. krachte bei dem sogenannten Stechen, das über zweieinhalb Kilometer ging, mit einer Geschwindigkeit von 160 bis 170 Kilometer pro Stunde in den Jeep eines 69-Jährigen, der mit seinem Jeep bei Grün von der Nürnberger Straße in die Tauentzienstraße einbiegen wollte. Der Jeep-Fahrer war sofort tot. 

Das Landgericht Berlin verurteilte beide Fahrer wegen Mordes zu lebenslanger Haft - erstmals in der deutschen Justizgeschichte. Doch 2018 hob der Bundesgerichtshof das erstinstanzliche Urteil auf und verwies den Fall zur Neuverhandlung an eine andere Schwurgerichtskammer in Berlin zurück.

Ich hoffe, dass es Mord bleibt.

Maximilian Warschitsky, Sohn des Opfers

Doch auch die neuen Richter entschieden vor einem Jahr auf gemeinschaftlichen Mord, gefährliche Körperverletzung und Gefährdung des Straßenverkehrs. Sie verurteilten Hamdi H. und Marvin N. erneut zu lebenslanger Haft. Auch diesmal legten die jungen Männer Revision ein. 

Maximilian Warschitsky, der Sohn des getöteten Arztes, hat bereits eine Ladung für Karlsruhe bekommen - für den 23. April, 9.30 Uhr. Er ist der Sohn des getöteten Autofahrers, er wird wieder als Nebenkläger auftreten. "Ich hoffe, dass das Urteil Bestand haben wird, dass es Mord bleibt", sagt er am Dienstag. Er wisse, dass alles wieder hochkommen werde, wenn er nach Karlsruhe fahre. "Aber es ist gut, dass es nun endlich vorwärts geht."