Berlin - Das Arbeitsgericht hat die Klage des selbsternannten „Volkslehrers“ gegen seine Kündigung abgewiesen. Der 38-Jährige sei als Person dauerhaft für den Schuldienst ungeeignet, weil er auf seinem Youtube-Kanal den demokratischen Rechtsstaat verächtlich mache, führte der Vorsitzende Richter Arne Boyer aus. Außerdem stelle er in seinen Videos im Internet gerade im Gespräch mit Personen, die wegen Volksverhetzung verurteilt sind, den Holocaust im Frage. Damit rüttele er an den Grundfesten unserer Gesellschaft. Ohnehin müsse sich der Staat in diesen Zeit „hart aufstellen“, weil die Bundesrepublik und ihre demokratischen Institutionen unter Druck geraten. „Dem müssen wir geschlossen entgegentreten“, sagte der Richter.

Dem 38-jährige Lehrer Nikolai N. hatte die Bildungsverwaltung zunächst fristlos gekündigt (AZ: 60 Ca 7170/18). Mit einer Kündigungsschutzklage ging der Mann, der auf seinem Youtube-Kanal als „Volkslehrer“ auftritt, dagegen vor. Offen blieb, ob der Lehrer nun in Revision geht. „Vom Bauchgefühl her würde ich sagen: ja“, sagte sein Anwalt nach der Verhandlung, die unter besonderem Polizeischutz stattfand.

Im Gerichtssaal waren auch etliche Unterstützer von Nikolai N. zugegen, die das Urteil mit Missbilligung zur Kenntnis nahmen. Einzelne Unterstützer verwickelten den Richter dann noch in Diskussionen über eine angeblich voreingenommene Justiz und die „Lügenpresse“. Der Richter führte zudem aus, dass auch Schüler von Nikolai N. dessen Youtube-Kanal geschaut hätten. Von daher habe sein Wirken auch in die Schule hineingewirkt.