Berlin - Mit Spruchbändern haben am Donnerstagabend Künstler vor dem Bezirksparlament Charlottenburg-Wilmersdorf protestiert. Das tagte zum ersten Mal seit der Bezirksfusion im Jahr 2001 im Rathaus Charlottenburg, das nun wieder ständiger Sitz der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) ist. Der Protest der Künstler hat damit zu tun. Denn der Bezirk will jährlich zwei bis drei Millionen Euro sparen und gibt deshalb, wie berichtet, das Rathaus Wilmersdorf auf.

Etwa 1 000 der rund 1 800 Behördenmitarbeiter müssen umziehen – am 31. Dezember 2014 soll das Gebäude am Fehrbelliner Platz geräumt sein. Die Fraktionen waren die ersten, die neue Räume im Rathaus Charlottenburg bezogen. Auch die Büros des Bezirksamtes werden künftig dort und im Bürogebäude Hohenzollerndamm 177 konzentriert.

Externe Mieter sollen am Hohenzollerndamm ausziehen, darunter auch acht Künstler, die dort ihre Ateliers haben, sagte am Donnerstag der für den Umzug zuständige Stadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU). Nicht betroffen sind die Ateliers in dem bezirkseigenen Gebäude Sigmaringer Straße.

Das Problem soll zeitnah gelöst werden

„Wir haben den Künstlern Ausweichquartiere angeboten, aber sie haben abgelehnt“, sagte Gröhler. Dabei handelte es sich um eine ehemalige Kita im Halemweg in Charlottenburg-Nord sowie um das sogenannte Kluwe-Haus am Nonnendamm. In letzterem ist nur für einige der Künstler Platz, der Halemweg wurde wegen der Raumgrößen und der wenig zentralen Lage abgelehnt.

Ein Antrag der Grünen, die Ateliers am Hohenzollerndamm zu erhalten, wurde am Donnerstagabend in den Kulturausschuss überwiesen. Gröhler sagte allerdings, dass die Künstler dennoch bis zum 30. Juni die Kündigung erhalten sollen, mit Wirkung zum 30. September. Denn durch die Aufgabe des Rathauses wird der Platz für die Bezirksverwaltung knapp: Noch fehlen etwa 1 000 Quadratmeter Büroräume. Zurzeit würden deshalb alle Reserven überprüft. Gröhler: „In zwei bis drei Wochen wollen wir das Problem gelöst haben.“