Berlin - In der Welt, in der wir leben, heißt Großstadt immer auch Widerspruch. Urbanes Leben heißt Koexistenz. Einige gehören dazu, andere nicht. Am Dienstagnachmittag strahlt der Himmel knallrot über dem Bahnhof Zoo, als sich die Sonne mit herbstlichem Eifer verabschiedet. Es riecht nach Pommes. Ein gelber Bus schießt an den parkenden Autos vorbei, weiter oben rattert die S-Bahn über die Schienen. Für die, die hier im Tempo ihres Hamsterrads vorbeieilen – ankommen, einkaufen, abfahren – ist die Szene der Abschluss eines stressigen Tages. Für jene, die hier leben, ist sie die Kulisse ihres Zuhauses.

„Ich komme immer wieder zurück“, sagt Jenny. Seit 13 Jahren lebt sie auf der Straße. Ein großer Teil ihres Alltags spielt sich hier ab. An dem Ort, der spätestens mit der Geschichte von Christiane F. in den 80er-Jahren traurige Berühmtheit erlangte. Den Straßenstrich von damals gibt es nicht mehr, doch der Rhythmus vieler Menschen, die Teil dieser Nachbarschaft sind, lautet weiterhin: schnorren, schlafen, durchbeißen. Aber eben auch: leben.

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