Berlin - Sie war von Anfang an ein Erfolg. Jetzt steht fest: Die Zugverbindung zwischen Berlin und Wrocław (Breslau) bleibt bis Ende 2018 erhalten, die Finanzierung ist gesichert. Dieser guten Nachricht sollten bald weitere folgen, fordert Berlins Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD).

Die Bahn müsse dafür sorgen, dass aus der befristeten Regionalzugverbindung ein dauerhaftes Fernzugangebot wird – von Berlin auf kürzestem Weg über Breslau nach Krakau. Der letzte Eurocity nach Breslau war 2014 gefahren.

Bahn tauscht die Fahrzeuge aus

Es begann am 30. April. Am Morgen machte sich zum ersten Mal der „Kulturzug“ von Berlin in die diesjährige Europäische Kulturhauptstadt auf. Er heißt so, weil es an Bord Bücher zum Ausleihen, Musik und Lesungen gibt – dank der Unterstützung der Stiftung Zukunft und der Kulturprojekte Berlin GmbH.

Anfangs hatten die Planer damit gerechnet, dass im Schnitt 50 Fahrgäste in den Dieseltriebwagen von DB Regio sitzen. Doch schon bald drohte das Projekt von seinem eigenen Erfolg überrollt zu werden. Der niedrige Fahrpreis, 19 Euro pro Weg, trug dazu bei. Es wurde voll im Kulturzug – oft zu voll. Aktuell sind bei jeder Fahrt zwischen 260 und 380 Fahrgästen an Bord, so der Senat.

Die Deutsche Bahn zahlt mit

Zunächst gaben Berlin und Brandenburg Geld, nun zahlt die Bahn das Defizit allein. Bislang war das Angebot nur bis zum 8. Januar 2017 gesichert. Aber seit dem deutsch-polnischen Bahngipfel am Mittwoch in Szczecin (Stettin) steht fest: Der Zug fährt weiter – wie bisher sonnabends und sonntags am Morgen nach Polen sowie Sonnabendnachmittag und Sonntagabend nach Deutschland. Die Länder und die Bahn tragen die Kosten von 300.000 Euro pro Jahr gemeinsam.

„Wir freuen uns, dass das Angebot gesichert ist“, sagte Jürgen Murach vom Fachausschuss Mobilität der SPD Berlin. Der Zug könnte auch für Berlin wirtschaftlich bedeutsam werden. Erste Ansätze gab es: An einem Wochenende fuhren Polen am Abend zu einer Clubnacht nach Berlin – und am Morgen wieder zurück. Murach und seine Mitstreiter fordern, dass das Angebot nun verbessert wird. „Wenn der Zug nicht über Forst in Brandenburg, sondern über Horka in Sachsen fahren würde, könnte sich die Fahrzeit nach Breslau verkürzen“ – um rund eine Stunde auf 3,5 Stunden pro Weg. „Ich bin optimistisch, dass die Bahn das hinbekommt“, so Murach.

Bei der DB hieß es, dass auch wenn der Zug weiterhin bei Forst die Grenze quert, eine Beschleunigung möglich wäre. Bereits beschlossen sei, dass ab Januar modernere Fahrzeuge eingesetzt werden. Die Baureihe 628 wird durch die Baureihe 646 ersetzt. Diese Triebwagen seien zwar kleiner, aber klimatisiert, hieß es am Donnerstag.