Berlin - Müllkippen aus Brot, fliegende Autos und Yetis auf Eisschollen: 17 junge Künstler der Anna-Seghers-Schule in Adlershof haben gemeinsam mit der Künstlerin Laleh Torabi den Bauzaun um den Neubau des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gestaltet.

Als Botschaft an die Teilnehmer der Rio-Konferenz und zum Wissenschaftsjahr 2012 stellten die Zwölftklässler am Montag ihre Arbeit Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen vor. Diese war vor zwanzig Jahren selbst für Deutschland zur ersten Konferenz der Vereinten Nationen zu den Themen Umwelt und Entwicklung gefahren. Begeistert ließ sie sich von den Schülern die einzelnen Motive erklären. Sie schaue mit großer Spannung nach Brasilien. Die Mauer sei eine schöne Anregung für alle Passanten, über die Zukunft der Erde nachzudenken, sagte sie.

Geflügelte Elfe mit Astronautenhelm

Unter dem Motto: "Back to nature" werden auf der Wand Tiere freigelassen. Eisbären treiben auf Schollen und eine geflügelte Elfe mit Astronautenhelm steht für die Gleichberechtigung von Insekt und Mensch. Die einzelnen Motive wurden in der Schule vorbereitet und dann am Bauzaun umgesetzt. Zeitungsausschnitte sowie Plakate alter Wissenschaftsjahre wurden eingearbeitet.

"Das ganze Projekt war eine riesige Herausforderung", sagt die Künstlerin Laleh Torabi. Um in nur sechs Tagen eine 381 Meter lange Wand zu gestalten, hätten die Schüler kurz vor den Ferien ihre letzten Kräfte mobilisieren müssen. Einige Schüler hätten am Wochenende noch bis 6 Uhr abends im Regen gearbeitet.

Begeistert ans Werk gemacht

"Die Safari-Szene ist mein Lieblingsmotiv", sagt die 18-jährige Ayla Güler. Besonders an der Giraffe und dem Löwen konnte sie viel mitarbeiten. "In der Schule waren wir noch etwas skeptisch, weil uns die Umsetzung noch nicht ganz klar war", meint Ayla, "aber als wir die Wand gesehen haben, haben wir uns sofort begeistert ans Werk gemacht". Die Mitarbeiter des Ministeriums hätten sie dabei tatkräftig mit Verpflegung und Ideen unterstützt. "Es war toll zu sehen, dass ihnen unsere Arbeit wirklich gefällt", sagt sie. Ihrem Mitschüler Philipp Schepe, 17 Jahre, gefallen vor allem die Motive mit Anschluss an die Realität. Themen wie das "Containern", also die Verwertung von weggeworfenem Essen, seien eben sehr aktuell. Nun soll die Wand noch lackiert werden, damit die Kunst die nächsten drei Jahre, bis zum geplanten Ende der Bauarbeiten, erhalten bleibt.