Kunst wird immer dann besonders interessant, wenn sie Dinge zusammenbringt, die auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben. So sitzt etwa der Künstler Mario Asef an einem Frühlingsmorgen im Verkaufsraum der Schokoladenmanufaktur Edelmond in Luckau. Er schaut erwartungsvoll auf die Konditorin, die eine Zeichnung mit seinem Entwurf für sein Kunstwerk in der Hand hält: Ein dreidimensionaler Schnitt durch die Gesteinsschichten unter der Lausitz. Kunst, die gebacken werden soll.

Konditorin Kristin Kuntze tippt mit dem Finger auf die Schicht ganz unten, auf die Braunkohle, und fragt „Das hier, das soll aus Schokolade sein, ja?“ Der Künstler nickt. Ein Stück Spreewaldboden auf dem Kuchenteller, das ist seine Idee. Gesteinsschichten aus hellem und dunklem Teig, vielleicht garniert mit ein paar Krokantbrocken. Und etwas Rotes, das sie durchzieht. „Vielleicht Himbeermarmelade?“, fragt Asef. Die Konditorin schaut skeptisch. Der Spreewald und die Kunst – das ist seit 2005 die Aquamediale, ein Festival, das gerade begonnen hat und zum elften Mal stattfindet. Zehn Künstler aus aller Welt gestalteten Arbeiten, die sich an vielen Orten rings um die Stadt Lübben in die Natur einfügen, sich mit ihr auseinandersetzen, sie in Skulpturen, Objekten und Installation aufgreifen, mit ihr spielen, sie kontrastieren. Einer von ihnen ist Mario Asef, ein Argentinier, dessen Kuchen die Besucher der Aquamediale kosten können.

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