Berlin - Die Bar Babette in der Karl-Marx-Allee muss nach 14 Jahren schließen. Der milliardenschwere US-Investor Nicolas Berggruen verlängert den Vertrag nicht. Betreiber Maik Schierlow kämpft nun um seinen Kultur-Treff.„Es ist ein Drama für die Kunstszene, die Straße und die Stadt. Mein finanzielle Schaden wird erheblich sein“, klagt Schierloh. Es gehe nicht nur um seine Zukunft, sondern auch um die seiner Angestellten.

Maik Schierloh ist seit 2003 Chef in der Bar Babette in der Karl-Marx-Allee 36. Noch. Zum 30. September 2018 läuft der Vertrag aus. Er habe die Mitteilung im Briefkasten gehabt. Besitzer ist die Nicolas Berggruen Holdings GmbH. Sie möchte die Räume dem Café Moskau nebenan zur Verfügung stellen, heißt es in der Begründung. Dieses Café gehört ebenfalls der Holding.

Maik Schierloh hat viel persönliches Engagement in die Bar gesteckt: Aus einem alten Kosmetik-Geschäft hat er eine gut besuchte Bar gemacht. „In den vergangenen 14 Jahren haben wir hier 190 Ausstellungen veranstaltet, hier läuft viel“, so der Wirt.

Auch Ephraim Gothe (SPD), Stadtrat für Stadtentwicklung in Mitte, ist empört und will nach eigenen Worten noch einmal mit der Holding reden. „Der Standort ist mit Mühe attraktiv gemacht worden, das wird jetzt bestraft.“

Mehrfach hat sich Schierloh bei der Holding gemeldet, einen Einjahresvertrag hätte er akzeptiert oder eine Mieterhöhung, berichtet er. Doch es war nichts zu machen. Dem Tagesspiegel sagte Berggruen-Sprecherin Ute Kiehn: „Die Berggruen Holdings GmbH hat den Mietvertrag nicht gekündigt.“ Es handle sich vielmehr um einen „befristeten Mietvertrag“. Dieser laufe noch ein Jahr weiter.