Die Frage, ob Smartphone-Technologien und Navigationsdienste die Menschheit nun bereichern oder verdummen lassen, ist noch nicht eindeutig geklärt. Manche Situationen geben aber zumindest einen Fingerzeig. So steht vor ein paar Tagen eine Kurierfahrerin eines Essen-Lieferdienstes ziemlich verloren in der Straße, ihr Blick wandert von ihrem Handy zur Fassade des Hauses, vor das ihr Navi sie geführt hatte. Ihr äußeres Erscheinungsbild macht nicht den Eindruck, als mangele es ihr an der Fähigkeit, zielgerichtet durchs Leben zu gehen: teilrasierter Kopf, voll tätowiert, eher tough.

Immerhin ringt sich die junge Frau in ihrer Verzweiflung zu etwas durch, das für viele Early-Smartphone-Adopter undenkbar ist: Sie spricht andere Menschen an und fragt, wo denn die Hausnummer 15 sei. Die erste Passantin weiß nicht recht zu helfen. Bevor sie auf die Idee kommt, ihr eigenes Smartphone zu zücken, grätsche ich ungefragt dazwischen. Mit ausgestrecktem Arm und Zeigefinger rufe ich: „Die 15 ist da hinten.“

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.