Derzeit macht eine kuriose WG-Gesucht-Anzeige im Netz ihre Runden. Bei Facebook wird sie tausendfach geteilt und heiß diskutiert. Meint die Mona das etwa ernst? Gibt es Mona wirklich? Und wenn ja - wie kann man solche Forderungen stellen? Aber von vorne:

Wie schwer es ist, in Berlin eine WG oder eine Wohnung zu finden, davon können Neu-Berliner und Einheimische ein Lied singen. Nicht selten sucht man stundenlang auf den üblichen WG-Gesucht-Seiten nach passenden Angeboten - Altbau sollte es sein, am besten mit Dielenboden, Stuck und Balkon. Nach einiger Zeit merkt man allerdings, dass die eigenen Ansprüche wohl etwas zu hoch gesetzt waren. Und im Szenebezirk Friedrichshain-Kreuzberg gibt es so viele freie Zimmer wie es Oasen in der Wüste gibt. Am Ende gibt man sich mit dem zufrieden, was noch da ist auf dem Berliner Wohnungsmarkt (man kann ja schließlich immer nochmal um/ausziehen!).

Dass es auch einfacher geht, zeigt Mona. Zumindest nennt sich so eine Userin (Oder ein User? Egal, wir bleiben aus nachfolgenden Gründen bei einer Frau), die eine Gesuch-Anzeige auf der Plattform www.wg-gesucht.de geschaltet hat. "Tolerante Sie sucht tolerante Euch" heißt es da in der Einleitung. Und: "Ich, 31, bin eine fröhliche offen linke* und offen feministische Studentin der Geschichte (HU) und suche eine weltoffene und antikapitalistische WG in Friedrichshain/Kreuzberg." Zugegeben, so besonders ist das in Berlin nicht. Allerdings möchte Mona am liebsten ein WG-Zimmer ab 20 Quadratmeter aufwärts - bezahlen will sie laut ihrem Gesuch maximal 5 Euro.

"Ich halte nichts von Aggressionen und Machtspielen, daher suche ich eine 100prozentige Frauen-WG, in der mensch sich aktiv gegen Terror, Krieg, Rassenwahn, Faschismus, Chauvinismus und US-Kulturimperialismus einsetzt. Ich selbst lebe vegan und finde es für ein längerfristiges Zusammenleben sinnvoll, wenn tierische Produkte in meiner Wohnung kein 'zu Hause' finden", erklärt Mona ihre Forderungen an die perfekte WG. So weit, so gut. Doch Mona möchte nicht nur keine Miete zahlen und eine reine Frauen-WG, nein, die angebliche Studentin findet es normal, wenn ihre Mitbewohner temporär die Wohnung verlassen, wenn Mona das möchte. Anstatt Miete bietet sie kleinere Hausarbeiten und therapeutische Gespräche an.

Stromkosten und Internet gehörten ja eigentlich auch zum Grundbedarf des Menschen und müssten daher unentgeltlich sein, argumentiert die Suchende weiter. Die forsche Art brachte Mona allein am Dienstag 250.000 Aufrufe der Anzeige. Die Anzeige sei keine Werbung, stellte das Internetportal am Mittwoch klar. „Wir sind selbst über Twitter gestern Morgen auf die Anzeige aufmerksam geworden“, sagte Mitarbeiterin Annegret Mülbaier, die auch nicht sagen kann, ob die Annonce authentisch ist.

Wo wir wieder bei der Fragestellung vom Anfang wären: Meint die Mona das alles ernst? Hat Mona bereits eine Bleibe gefunden? Ist das alles nur ein Fake? Und was ist eigentlich Anarchosyndikalismus? Wir haben Mona gefragt und warten mal ab.