Posen/Frankfurt (Oder) - Für die Angehörigen von zwölf Toten aus Brandenburg geht ein Albtraum zu Ende: Die in Polen entdeckten Leichen sind identifiziert. Es handele sich um die Toten aus Brandenburg, sagte Jens Starigk von der Polizei in Frankfurt (Oder) am Donnerstag. Zwei Kriminalisten aus Brandenburg waren am Mittwoch für die Identifizierung nach Posen (Poznan) gereist. Die Angehörigen seien inzwischen informiert worden, so Starigk. Die Polizei helfe ihnen bei den komplizierten Formalitäten zur Rückführung der Leichen nach Deutschland. Dies werde mindestens ein bis zwei Tage in Anspruch nehmen.

„Wir versuchen, den Angehörigen den Weg so einfach wie möglich zu gestalten“, so Starigk. „Wir organisieren alles soweit, dass die Bestatter wissen, was zu tun ist.“ Dazu gehörten Kontakte zum Gesundheitsministerium in Polen und die Beschaffung diverser Formulare. Zwei Beamte hatten den Angehörigen auch die Leichenschau in der Gerichtsmedizin in Posen abgenommen. Am späten Mittwochabend hatten sie Gewissheit.

Nun besprechen sie mit den Angehörigen, wie es weiter gehen soll. „Möglicherweise haben einige das Vertrauen in den Bestatter verloren und suchen nach Alternativen“, so Starigk. Offen ist bislang, ob sie Schadenersatz von dem Unternehmen fordern.D

Deutsche und polnische Behörden ermitteln

Die Särge mit den Toten hatten sich in einem Transporter befunden, der in der Nacht zum 15. Oktober zusammen mit zwei weiteren Fahrzeugen an der Berliner Stadtgrenze gestohlen worden war. Die Leichen sollten in ein Krematorium gebracht werden. Nach dem Diebstahl waren sie mehr als eine Woche lang verschollen. Am vergangenen Montag war zunächst der Transporter in Polen gefunden worden.

Einen Tag später hatte die Polizei die Särge gefunden – verstreut in einem Wald etwa 85 Kilometer südöstlich von Posen. Inzwischen hat die Polizei in Polen drei Tatverdächtige gefasst.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) stellt sich unterdessen auf langwierige Ermittlungen ein. „Die polnischen Behörden ermitteln, und wir ermitteln auch“, sagte Behördensprecher Ulrich Scherding. „Nun müssen wir schauen, was deckungsgleich ist.“ (dpa)