Berlin - Scheiden tut weh. Vor allem, wenn es sich mehrere Jahre lang hinzieht. Immer wieder hieß es: Der Flughafen Berlin-Tegel schließt und der BER öffnet. Aber der Termin wurde immer wieder verschoben. „Seit mehr als acht Jahren erleben wir einen nicht enden wollenden Abschied von Tegel“, sagt Evelyn Csabai. „Irgendwann ist es gut.“ Doch jetzt steht das Finale tatsächlich bevor. Kein Zweifel: An diesem Sonntag um 15 Uhr soll mit einem Airbus A321 der Air France zum letzten Mal ein Flugzeug in Tegel abheben. Um 18 Uhr werden die Terminals für das Publikum geschlossen. Beides wollen Evelyn Csabai und ihre Schwester Julia, die Tegel so lange kennen, nun doch miterleben.

Ihre Liebe zum Flughafen Tegel, den sie seit mehr als einem Vierteljahrhundert kennen, lassen sich die beiden Berlinerinnen nicht nehmen. Ihr erster Auftrag war, Äpfel an Lufthansa-Fluggäste zu verteilen, die an Bord ihrer Kurzstreckenflüge kein Essen mehr bekamen. Danach kehrten sie immer wieder zurück – meist, um im Auftrag von Airlines und anderer Unternehmen Passagiere zu befragen. Dabei lernten sie den Flughafen sowie seine Nutzer kennen und lieben. Evelyn Csabai, die aus Budapest stammt, ist 45 Jahre alt. Ihre Schwester Julia wurde vor 47 Jahren in Dresden geboren. Seit mehr als drei Jahrzehnten wohnen sie in dieser Stadt. Heute sind sie in der Filmbranche tätig, und sie betreiben am Arminplatz in Prenzlauer Berg das Café Lola.

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