Berlin - Wenn der Berliner Schauspieler Axel Schreiber (der „Axeli“ aus „Türkisch für Anfänger“) dieser Tage gefragt wird, ob er schon mal unter Essstörungen gelitten hat, dann hängt das mit seiner Arbeit zusammen. Gerade hat nämlich der Film „Verlangen“ Premiere gefeiert, in dem er den essgestörten Studenten Fabian spielt. Und weil Schreiber zusammen mit Regisseurin Laura Fischer das Drehbuch geschrieben hat, denken immer alle, dass er sich da an eigenen Problemen abgearbeitet hat.

„Richtige Essstörungen hatte ich nie. In der Zeit, in der ich intensiv Kampfsport betrieben habe, bin ich bei der Ernährung teilweise sehr strengen Regeln gefolgt und habe zum Beispiel keine Süßigkeiten gegessen.“ Bevor sich das zu einer Störung ausweiten konnte, war es aber auch schon wieder vorbei: „Irgendwann waren mir Partys wichtiger als mein Kampfsport“, erzählt der 31-Jährige.

Vom Drama zur Poesie

Die Regisseurin konnte allerdings eigene Erfahrungen beisteuern. Schreiber: „Laura war wirklich mal magersüchtig.“ Als Vorbereitung auf seine Rolle informierte der Hauptdarsteller sich in Internetforen, in denen sich Betroffene austauschen und las jedes Buch über die Problematik, das er finden konnte: „Essstörungen bei Männern werden nicht so häufig thematisiert. Wahrscheinlich liegt das auch daran, dass für Männer die Hemmschwelle höher ist, sich zu solchen Problemen zu bekennen und aktiv Hilfe zu suchen.“

Während der Arbeit am Drehbuch änderte sich der Charakter des Films völlig: „Ursprünglich hatten wir so einen typisch deutschen dramatischen Ansatz. Irgendwann fanden wir es passender, das Thema poetisch anzugehen.“

Schreiber hat bei der Arbeit gemerkt, dass ihm Drehbuchschreiben schwerer fällt als gedacht: „Bei der Arbeit an einem Drehbuch muss man sehr viele technische Regeln beachten, weil es sonst nicht funktioniert.“ Deshalb sagt er: „Scripts schreibe ich so bald nicht wieder.“

Der Film eröffnete die Hofer Filmtage und macht gerade die Runde von Festival zu Festival. Einen Verleih, der es ins Kino bringen würde, gibt es bisher nicht. „Verlangen“ kann bei der Filmfirma per Mail an nick@rollbergfilm.de bestellt werden.