BerlinZum 13. Mal findet in diesem Jahr das KUKI statt, das Internationale Kurzfilmfestival für Kinder und Jugendliche Berlin. Zum ersten Mal startet es als Online-Ausgabe. Während sonst die Gäste dafür ins Filmtheater am Friedrichshain kamen, wandern die Programme nun direkt in Kindergärten und Schulen: Trickfilmmärchen, Science-Fiction- oder Alltags-Abenteuer, Dokus zur Lage der Umwelt, Coming-of-Age-Geschichten. 

Die Schulen und Kitas, die sich für das Programm ab 8. November anmelden, brauchen allerdings einen Internetanschluss sowie einen Beamer oder ein Smartboard. „Das ist leider in Berlin immer noch nicht der Standard“, sagt Monica Koshka-Stein, Künstlerische Leiterin des Festivals. Sie erzählt, dass ihr während der ersten Welle der Corona-Pandemie im Mai klar wurde, dass es nicht reicht, auf niedrige Infektionszahlen im November zu hoffen. Also haben sie und ihr Team die jeweiligen Programme für Kinder ab vier, sechs, acht, zehn Jahren und für Jugendliche ab zwölf, 14 und 16 Jahren so arrangiert, dass sie alle wie ein kleines Festival daherkommen: „Wer sich das KUKI in die Schule holt, bekommt nicht nur die Filme, sondern auch eine Moderation dafür, unseren Trailer natürlich, Antworten der Filmemacherinnen und -macher auf Fragen, dazu Begleitmaterial für die Lehrkräfte.“ 

Der Animationsfilm „Melting Heart Cake“ wird im Programm für Kinder ab vier Jahren gezeigt.
Foto: Interfilm Berlin

So ungewöhnlich ist der Weg direkt an die Orte der Kinder nicht, denn auch die Jurys für die besten Filme kommen aus Berliner Schulen, der Lina-Morgenstern-Gemeinschaftsschule, der Bötzow-Grundschule und dem Manfred-von Ardenne-Gymnasium. Während die Beiträge für die jüngeren Kinder von Filmexpertinnen und Medienpädagogen ausgewählt wurden, haben Jugendliche über das Programm der Älteren wie auch die Sonderreihe „Girls* Riot“ entschieden.

Es sind jeweils fünf bis sieben Filme, ein Paket umfasst rund anderthalb bis zwei Stunden, kann auch mehrfach oder gestückelt gesehen werden. Mit der Buchung gibt es einen Vimeo-Link, der bis zum 20. November gültig ist. Technisch ist also alles möglich. Schwierig war und ist nur, die Kitas und Schulen darauf einzustellen, dass das Festival in diesem Jahr für sie nicht verloren ist. Sie haben ja auch noch ganz andere Sorgen.

Monica Koshka-Stein sagt: „Einige Lehrerinnen, die oft dabei waren, haben sich sofort gemeldet, manche Lehrer haben die Gebühr auch erst einmal selbst bezahlt, bevor sie die Eltern oder den Förderverein fragen konnten.“ 120 Euro kostet das Programm, das pro Schule von zwei Klassen genutzt werden kann. Koshka-Stein ergänzt, dass Schulen, die keine Möglichkeit hätten, das Geld aufzutreiben, sich dennoch melden sollten. „Wir finden immer eine Lösung.“ Dazu passt die Losung im Programmheft, mit dem um Sponsoren gebeten wird: Konfetti für alle!

Alle Infos unter www.kuki-berlin.com, Fragen an info@kuki-berlin.com

Der norwegische Film „Popcorn Boy“ ist im Programm für Kinder ab zehn Jahren zu sehen. 
Foto: Interfilm  Berlin