Das Grundstück gegenüber dem Filmmuseum war vom Land Brandenburg für den Bau der Neuen Synagoge zur Verfügung gestellt worden.
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PotsdamNach dem neu aufgeflammten Streit um den Neubau einer Synagoge in Potsdam hat das Land Brandenburg den Vertrag mit den beiden großen jüdischen Gemeinden gekündigt. „Nach der Kündigung der gemeinsamen Vereinbarung aus dem Jahr 2018 durch die Jüdische Gemeinde Stadt Potsdam kann die ursprüngliche Zielsetzung, die Synagoge zusammen mit den beiden Gemeinden zu bauen, nicht mehr erreicht werden“ erklärte Kulturministerin Manja Schüle (SPD) am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. „Wir werden jetzt prüfen, wie der angestrebte Synagogenbau umgesetzt werden kann und welche Schritte hierzu notwendig sind.“

Wie die dpa weiter berichtet, hatte die Jüdische Gemeinde am vergangenen Freitag eine Vereinbarung mit dem Land und der Synagogengemeinde vom November 2018 gekündigt. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Evgeni Kutikow hatte dem Vorsitzenden der Synagogengemeinde, Ud Joffe, dabei vorgeworfen, dieser habe seine Zustimmung zu dem vereinbarten Architekten-Entwurf zurückgezogen und wolle „ein gänzlich anderes Vorhaben realisieren“.

„Wichtig ist und bleibt: Wir bauen die Synagoge für alle Jüdinnen und Juden“, betonte die Ministerin am Dienstag. „Insbesondere viele ältere Gemeindemitglieder sehnen sich nach langem Warten danach, die Fertigstellung ihrer Synagoge erleben zu können.“ Grundlage des Baus sei der Vorentwurf des Architekten Jost Haberland.

Seit mehr als zehn Jahren zerstritten

Um die Gestaltung der Fassade und die Nutzung der Innenräume der Synagoge gibt es zwischen den jüdischen Gemeinden bereits seit mehr als zehn Jahren erbitterten Streit. Im April hatte Schüle dann mit den beiden Gemeinde-Vorsitzenden eine Einigung auf den Vorentwurf verkündet. Der Grundstein für das religiöse Zentrum sollte dieses Jahr gelegt werden und die Synagoge bis 2023 fertiggestellt sein. Dafür will die Landesregierung das Grundstück in der Nähe des Landtags und acht Millionen Euro bereitstellen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Jan Redmann, appellierte an die beiden Gemeinden, sich zu einigen. „Es geht doch bei allen Unterschieden zwischen den jüdischen Gemeinden um Gemeinsamkeiten und wichtige Signale“, meinte Redmann. „Dass in Potsdam eine jüdische Synagoge entstehen kann, dass es ein aktives jüdisches Leben in Potsdam gibt, das auch sichtbar wird.“