Bei der evangelischen Landeskirche hat es seit dem Jahr 1991 zehn Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch durch Geistliche und Kirchenmitarbeiter an Minderjährigen gegeben. Das teilte Bischof Markus Dröge am Rande der EKD-Synode in Würzburg mit. Die Übergriffe sollen von drei Pfarrern, einem Küster, zwei Erziehern, drei Kita-Mitarbeitern und einem ehrenamtlichen Ratsmitglied im Kirchenkreis ausgegangen sein.

Bundesweit etwa 500 Fälle

Erstmals hatte der Bischof die Vorfälle im Oktober in einem Wort des Bischofs öffentlich gemacht. Gegen die Pfarrer seien Disziplinarverfahren geführt worden, so der Bischof. Zwei sind im Ruhestand, einer arbeitet nicht mehr im Gemeindedienst. Die anderen kirchlichen Mitarbeiter seien nach Verdachtserhärtung freigestellt worden, und es wurde Anzeige erstattet. Das Kirchenkreis-Mitglied hat sein Amt niedergelegt. Der Verdacht habe sich nicht in allen Fällen bestätigt.

Das evangelische Kirchenparlament beschäftigt sich seit dem Wochenende mit dem Thema. Am Sonntag hatte sich der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm dazu positioniert. „Ich bitte alle Menschen, denen solches Leid im Raum der evangelischen Kirche widerfahren ist, um Vergebung“, sagte er. Weitere Konsequenzen seien notwendig. Bundesweit sind in der Evangelischen Kirche etwa 500 Missbrauchsfälle bekanntgeworden.