Der 33 Jahre alte Landtagsabgeordnete Erik Stohn ist neuer Generalsekretär der SPD im Land Brandenburg. Auf einem Parteitag am Samstag in Potsdam stimmten 70,4 Prozent der knapp 130 Delegierten für den Juristen, wie die Partei mitteilte. Stohn folgt auf Klara Geywitz, die nach der Absage der Kreisreform ihr Amt niedergelegt hatte. Geywitz war zuletzt 2016 wiedergewählt worden - allerdings mit nur 60,8 Prozent der Stimmen.

Den 33 Jahre alten Erik Stohn zog es früh in die Politik: Mit 17 Jahren gründete Stohn in seiner Heimatstadt Jüterbog (Teltow-Fläming) das erste Jugendparlament und trat im selben Jahr in die SPD ein. Seinen Zivildienst leistete er in der evangelischen Kirchengemeinde in Jüterbog. Anschließend arbeitete er parallel zu seinem Jura-Studium an der Universität Potsdam an seiner politischen Karriere.

2003 zog Stohn als jüngster Stadtverordneter in das Jüterborger Stadtparlament ein. Nach Abschluss seines zweiten Staatsexamens übernahm er 2013 für zwei Jahre den Vorsitz der Brandenburger Jusos. Bereits 2014 konnte er den Linken im Wahlkreis Teltow-Fläming II das Direktmandat abjagen und mit 30 Jahren als jüngster Abgeordneter der SPD in den Brandenburger Landtag einziehen.

Vergeblich bemühte er sich bei der Bundestagswahl in diesem Jahr um die Direktkandidatur. Schließlich überließ er Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg den Vortritt - der das Mandat aber nicht gewann.

Nach der gescheiterten Kreisreform in Brandenburg will Ministerpräsident und SPD-Landeschef Dietmar Woidke berlinferne Regionen wieder stärker in den Fokus nehmen. „Wir brauchen in der Fläche des Landes eine gut funktionierende Verwaltung“, sagte Woidke auf dem Landesparteitag. Auch nach dem Stopp der Kreisreform müssten die Reformziele erreicht werden. „Dieser Weg wird nicht einfacher, er wird schwieriger“, sagte Woidke. Ursprünglich wollte die rot-rote Koalition mehrere Kreise und kreisfreie Städte zusammenführen. Wegen des Widerstands der Kommunen hatte Woidke das Projekt gestoppt. (dpa)